Der Städtische Saalbau Mengede

Merkmale des Denkmals (aus der Denkmalakte Stadt Dortmund)

Der langgestreckte, 2-geschossiger Klinkerbau mit hohem Satteldach wurde 1915 nach Entwürfen der Architekten Dietrich und Karl Schulze für die damals selbstständige politische Gemeinde Mengede errichtet. Das als Turnhalle geplante und während des Krieges fertiggestellte Gebäude wurde erst in späterer Zeit zum städtischen Saalbau ausgebaut. In der linken Erdgeschosshälfte sind die Rechteckfenster in Dreiergruppen zusammengefasst und von Rundbogenblenden überfangen, im rechten Gebäudeteil gab es ursprünglich rundbogige Tore für die Feuerwehr. Das übrige Erdgeschoss wird als Gastwirtschaft genutzt.

Im Obergeschoss befindet sich der große Festsaal, rechts anschließend ein mächtiger, glockenturmartiger Turm, der das Ortsbild von Mengede prägt. Durch zweigeschossige Arkaden wird der Saalbau mit der 3-geschossigen Hauptschule verbunden, die von denselben Architekten errichtet wurde.

An der Eintragung des Objektes in die Denkmalliste besteht ein öffentliches Interesse wegen seiner Bedeutung für Städte und Siedlungen und für die Geschichte der Menschen in Dortmund-Mengede. Für die Erhaltung und Nutzung liegen künstlerische und städtebauliche Gründe vor.

 

Geschichte / Bauausführung

Der Bauerlaubnisschein für das als Turnhalle geplante Gebäude trägt das Datum 10.08.1915. Wie aus den Plänen des Architektenbüros D & K Schulze hervorgeht, war von Anfang an ein Mehrzweckbau vorgesehen. Er sollte nicht nur die Turnhalle für die „Volksschule mit 32 Klassen“ beherbergen, sondern auch die Feuerwache, Unterstellmöglichkeiten für die Gerätschaften der Straßenreinigung und der Sanitätskolonne, mehrere Ladenlokale und Wohnungen sowie „zwei große Räume für die männliche und weibliche Jugendpflege“. Die im Obergeschoß angelegte Turnhalle sollte auch als Veranstaltungsraum mit Bühne hergerichtet und durch die Öffnung der Türen zum „Versammlungsraum der Jünglinge“ in einen großen Saal verwandelt werden können. Auch an die dazu erforderlichen Garderoben und Toilettenräume war gedacht.

Das 1916 fertiggestellte Gebäude ist ein langgestreckter, zweigeschossiger Klinkerbau mit hohem Satteldach. Vom Marktplatz aus gesehen ist links eines der architektonischen Merkmale Mengedes, angebaut, ein mächtiger Turm, der von 1921 bis 1975 als Steiger- oder Schlauchturm der Freiwilligen Feuerwehr Mengede fungierte. Der das Dach des Gebäudes überragende Teil des Turmes ist zweigeschossig mit Arkaden verziert. Marktseitig weist der Bau die rundbogigen Tore für die Feuerwehr auf, die später mit Fenstern und Glastüren verschossen wurden. Auf der Seite des heutigen Busbahnhofes sind im Erdgeschoss die Rechteckfenster in Dreiergruppen zusammengefasst und von Rundbogenblenden überlaufen. Ein zweigeschossiges Torgebäude schließt an die dreigeschossige Schule an.

Die Innenraumgestaltung des Turnhallengebäudes wurde wohl wie geplant ausgeführt, erfuhr aber im Lauf der Jahrzehnte diverse Umgestaltungen und der Name „Städt. Saalbau“ setzte sich durch.

Nach größeren, von der „Kulturgemeinde Mengede“ veranlassten Renovierungs- und Umbauarbeiten wurde der Städtische Saalbau am 03.07.1948 mit einer Feierstunde und der Aufführung von Mozarts „Zauberflöte“ in Anwesenheit der Militärregierung und vieler Ehrengäste durch den OB der Stadt Dortmund Fritz Henßler seiner Bestimmung übergeben.

Nachdem der Bau in der Zwischenzeit mit Flüchtlingen belegt gewesen war, wurde er Ende 1955 nach längerer Renovierung mit dem Herbstkonzert des „Bandoneon- und Akkordeonvereins Mengede“ wieder eingeweiht.

1974 – 1976 fanden über einen längeren Zeitraum Umbauarbeiten statt und die Feuerwehr zog 1975 in die neue Wache an der Haberlandstraße. Mit dem Anbau der Aufzuganlage, der Umgestaltung des Garderobenbereiches und der Einrichtung eines Behinderten-WC’s erhielt der Saalbau – das Kulturzentrum Mengede – seine derzeitige Form.

 

Der Marktplatz

Zeitgleich mit der Regulierung der Emscher im Jahre 1912 und der Kanalisierung des Bodelschwingher Baches wird der Plan zur Verlagerung des Ortskerns und zum Bau eines als künftigen Mittelpunkt fungierenden Marktplatzes gefasst.

Der Platz für den Mengeder Wochenmarkt auf der Williburgstraße bis zur Einmündung in die Mengeder Straße war durch das starke Anwachsen der Bevölkerung um 1910 zu klein geworden. Ein Konzept zur Verlagerung des Ortsmittelpunktes musste her. Der Plan von Amtmann Schragmüller und seine Durchführung 1903/1904, das neue Amtshaus „auf der grünen Wiese“ zu bauen, war der erste Schritt dazu.

Die für den Marktplatz vorgesehene Fläche war um 1900 eine vom Bodelschwingher Bach entwässerte sumpfige Viehweide, bis dieser 1912 im Zuge der Emscherregulierung kanalisiert wurde.

1915 entstand der Lageplan zur Gestaltung eines stattlichen Marktplatzes mit den Gebäuden der Schule und der Turnhalle, der das Prunkstück der neuen Ortsmitte werden sollte.

Die 1923 bis Mengede verlängerte Straßenbahnlinie sollte eine Wendeschleife rund um den Markt erhalten, sie endete jedoch bis zur Stilllegung 1989 vor dem Torbogen.