Amazon im Segro-Park (vormals Kraftwerk-Knepper-Gelände). Die Interessengemeinschaft Kreuzloh-Langenacker e.V. ist entsetzt.
Bezirksbürgermeister Axel Kunstmann eröffnete die 4. Sitzung der Bezirksvertretung mit der guten Nachricht: „Die Haushaltssperre der Stadt Dortmund ist aufgehoben“. Ob dadurch die vielen Anträge der im Stadtbezirk aktiven Vereine und Organisationen nach finanzieller Unterstützung in Erfüllung gehen, bleibt jedoch abzuwarten.
Nach den üblich zähen aber erforderlichen Formalitäten stand die Bürgerfragestunde auf dem Programm. Aktiv dabei sind seit Jahren Jörg Sandmeier und Nenad Nemarnik als Vertreter der IG Kreuzloh-Langenacker e.V. (IG). Die Bewohner der Oestricher Siedlung kämpfen von Beginn der Großbaustelle des Logistikzentrums Segro Park Dortmund für erträgliche Wohnverhältnisse, die durch Lärm, Dreck und gegen jede Regel verstoßenen Lkw-Verkehr stark beeinträchtigt sind. Viele sachkundige Vorschläge zur Verbesserung der Situation stießen mehrfach sowohl beim Generalunternehmer Segro als auch bei Vertretern der Stadt Dortmund auf taube Ohren.

Dass ausgerechnet Amazon nun die mit 86.400 Quadratmetern (entspricht 12 Fußballfelder) größte Halle anmietet, war die nächste Hiobsbotschaft für die Bewohner. Jörg Sandmeier rechnet vor: Neben dem Lkw-Verkehr durch Amazon kommen noch die Pkw-Fahrten der zu erwartenden 3500 Mitarbeiter (darunter bis zu 2000 von Amazon) hinzu. Insgesamt erwartet Sandmeier täglich 16.000 Fahrzeugbewegungen vis-à-vis der Siedlung. Nachdem das Sammeltaxi für Schulkinder abgeschafft wurde, sieht Sandmeier den 33 in der Siedlung wohnenden Kindern (davon 28 im Vor- und Grundschulalter) auf dem Schulweg größten Gefahren ausgesetzt. Da wird das „Elterntaxi“ zum Lebensretter. Statt einer Verkehrsinsel als Querungshilfe für Kinder und Senioren, an der 40-Tonner in beiden Fahrrichtungen entlang düsen, fordert er eine Druckknopfampel auf der Levi-Baum-Straße, und zwar als Eilantrag. Denn wenn die Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist die Forderung nach einer Ampel kaum noch durchsetzbar.
Jörg Sandmeier fordert:
- Poller an der Westheide
- eine Druckknopf-Ampel auf der Levi-Baum-Straße
- Freigabe des Bürgersteigs am Langenacker für Radfahrer
- Erhalt beziehungsweise Umsetzung der Bushaltestelle
- Schranken vor den LKW-Parkplätzen
- Tempo 30 auf der Levi-Baum-Straße zum Lärmschutz
- und im Idealfall: kein zusätzlicher LKW-Parkplatz direkt hinter unserer Siedlung
Nenad Nemarnik, stv. Vorsitzender der IG, beklagt ergänzend die fehlende Anpassung des Verkehrskonzepts an die neuen Verhältnisse. Er wirkt angesichts der negativen Erfahrungen in seiner Siedlung und seine zahlreichen erfolglosen Hinweise an die Stadt Dortmund niedergeschlagen. „Sollen wir uns etwa festkleben, damit die verantwortlichen Stellen wach werden?“ Don Quijote und sein Kampf gegen Windmühlen lässt grüßen.
Axel Kunstmann hatte eine „Frohe Botschaft“: Arnulf Rybicki, Baudezernent der Stadt Dortmund, hat die Poller an der Westheide zugesagt. Außerdem beantragt auch die BV die Installation der Druckknopfampel auf der Levi-Baum-Straße..
Am 25.03.26 findet unter Beteiligung der Stadtverwaltung, Segro und Mitgliedern der Bezirksvertretung ein Ortstermin statt. Der eingeladene OB Alexander Kalouti hat wegen eines auswärtigen Termins abgesagt. Er hat wohl Wichtigeres zu tun.
Jörg Sandmeier hat uns freundlicherweise seinen Wortbeitrag auf der BV-Sitzung zur Verfügung gestellt und kann mit Klick auf den Button angezeigt werden:
Auch ungelöst: Probleme auf der Richterstraße in Bodelschwingh
Sybille Heuel beklagt die Verkehrssituation auf der Richterstraße, die vom Königshalt ins Bodelschwingher Zentrum führt. Zwar wurden verkehrsberuhigende Maßnahmen (Tempo 30, Halteverbote, Fahrbahnverengungen) umgesetzt, doch viele ungeduldige Verkehrsteilnehmer umfahren die Engstellen über die Gehwege. Gefährliche Situationen inklusive. Doch wenn sich besonders am Wochenende diese Missstände häufen, dann ist das zuständige Ordnungsamt leider nicht im Dienst.
Sybille Heuel wurde gebeten, einen Antrag mit möglichst vielen Unterschriften der Anwohner an die BV zu richten.
Die Wilhelm-Rein-Schule wird erweitert
Eigentlich sollte es im Zuge der Inklusion keine Förderschulen mehr geben. Doch durch die die steigende Schülerzahl und der Rechtsanspruch auf Ganztagsunterricht wird an dieser Schulform festgehalten. Markus Mönikes (Immobilienwirtschaft), Michael Bonan (Schulverwaltungsamt) und Linda Zimmer (Liegenschaftsamt) erstatteten den von der SPD-Fraktion beantragten Bericht zur Erweiterung der Wilhelm-Rein-Schule.
Die Schülerzahl der Schule erhöhte sich von 177 auf 230. Deshalb werden auf dem Schulgrundstück 2 Container (im Verwaltungssprech: „Mobile Raumeinheiten“) als Übergangslösung für die Dauer von 5 Jahren aufgestellt. Zwei Klassenzimmer auf 2 Geschossen für 770.000 €. Fertigstellung im Oktober dieses Jahres.
Nebenbei war auch die marode Turnhalle ein Thema. Sanieren oder Abreißen? „Problem erkannt und geprüft“, sagt Linda Zimmer. Die Entscheidung bleibt abzuwarten? Axel Kunstmann hat jedoch eine klare Erwartungshaltung: Eine neue Turnhalle muss her!
Bauruinen in Mengede – eine unendliche Geschichte
Konkret geht es um die zwei leerstehenden Bauruinen an der „Dönnstraße“ und an der Straße „Am hohen Teich“, dem sogenannten Petersbau und das Ärztehaus. Hinzu kommt noch die verlassene Kaufland-Immobilie. Ein Bürger stellt fest: „Diese Gebäude befinden sich seit geraumer Zeit in einem Zustand des Verfalls, der nicht nur optisch ein Ärgernis darstellt, sondern zunehmend Fragen zur Sicherheit und zur zukünftigen Entwicklung unseres Stadtbezirks aufwirft“. Er fragt: „Was planen Sie (die BV) konkret zu unternehmen, um diesen städtebaulichen Missstand zu beheben und den Ortskern wieder aufzuwerten?“
Die Antwort darauf ist unbefriedigend, zeigt aber die Grenzen einer Bezirksvertretung auf, in entscheidenden Fragen der Stadtentwicklung Einfluss nehmen zu können. Eine Enteignung kommt lt. Stadtverwaltung nicht infrage – „Dauert zu lange“. Ein Antrag von Bündnis90/Die Grünen an die Stadt, den Peters-Bau aufzukaufen, wurde mit dem lapidaren Satz: „Es bestehen keine Ankaufsmöglichkeiten.“ ad acta gelegt. Soweit zur Wertschätzung der Verwaltung zum Gremien Bezirksvertretung.
Finanzielle Unterstützung von Vereinen und Organisationen
Die Jugendfeuerwehr Nette freut sich über eine Zuwendung in Höhe von 2.500 € für die Teilnahme am International Youth Firefighters-Camp in Finnland. Für die Teilnahme an der Schulsportveranstaltung „Trixitt“ wurden der Schopenhauer-Grundschule max. 3.600 € bewilligt. Das Medienprojekt der Westhausen-Grundschule wird mit 3.000€ zur Anschaffung von Tablet-Ladeschränken unterstützt. Die TEK Speckestraße geht allerdings für die Anschaffung ihres Leseprojekts „Bauwagen“ wegen diverser Bedenken leer aus.
Peter Kaufhold
