QR-Williburgstraße 11

Merkmale des Gebäudes
Herrn Fritz Haarmann ließ 1889 ein 2-geschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit Attikageschoss von  5 Achsen im Obergeschoss und mit Satteldach errichteten. Der ausführende Architekt gestaltete die Fassade im Stil des Neoklassizismus, das Erdgeschoss erhielt einen Bänderputz, Ecklisenen mit aufgesetzten Diamantquadern und einem neuzeitlichem Klinkersockel. Im Erdgeschoss liegt zwischen zwei Schaufen-stern der Ladeneingang von gusseisernen Säulen mit korinthischen Kapitellen flankiert. Das Erdgeschoss ist durch ein Gesims zum Obergeschoss getrennt, das mit einem durchlaufenden Sohlbankgesims und Bänderputz versehen ist. Die Fenster haben eine einfache Rahmung, im Brüstungsbereich durch Diamantquader betont. Das Attikageschoss trennt ein Gesims. Hier in den Achsen befinden sich doppelte, kleine Blindfenster. Um 1983 erfolgte eine Fassadenrenovierung, dabei wurden die alten, originalen Fenster durch neue, ohne Kämpfer, Schlagleiste und Sprossen Teilung ersetzt.

 Geschichte
A. Drucks – Inh. Martin Linde
Williburgstraße 11, Dortmund-Mengede

Von außen ein Stück Nostalgie im alten Ortskern, innen ein Geschäft, das nach modernen Gesichtspunkten konzipiert ist. So präsentiert sich Mengedes älteste Firma A. Drucks, die seit 1867 im Schatten der evangelischen Remigiuskirche existiert.
Als das Geschäft (das Foto ist von 1912), zu dem einst auch eine Herdfabrik und lange Jahre ein Schmiede gehörte, gegründet wurde, steckte der inzwischen aus Mengede verschwundene Bergbau noch in den Kinderschuhen und die Köln-Mindener-Eisenbahn war gerade 20 Jahre alt. Fast vier Generationen lang befand es sich im Besitz einer Familie.
Gründer war der Ur-Mengeder Schmolt. Zweiter Inhaber war ein ehemaliger Bochumer namens Haarmann. Auf dessen Erfahrung baute dann Albert Drucks auf. Der gelernte Kaufmann war aus Halver (bei Lüdenscheid) nach Mengede gekommen. Auf Wunsch seines Schwiegervaters eignete er sich die für das Geschäft notwendigen Branchenkenntnisse an.
Mit dem aufblühenden Bergbau Ende des 19. Jahrhunderts, mauserte sich die bis dahin betuliche Gemeinde Mengede zu einem munteren Örtchen. Die Kohle lockte neue Menschen an und auch das Geschäftsleben und die Bautätigkeit kamen in Schwung. Das alles kam für das auch auf den Baubereich ausgerichtete Geschäft wie gerufen.
Als Albert Drucks im Kriegsjahr 1943 (kurz nach dem Tod seines Sohnes) starb, übernahm seine Tochter Ilse Heister die Firma. Zehn Jahre später endete die Familien-Hierarchie. Mit Oskar Schneider, der in seiner Heimat Thüringen durch den Krieg ein ähnliches Geschäft verloren hatte, trat ein Fremder in die Fußstapfen seiner Vorgänger. Jedoch wahrte Minette Drucks die Familientradition. Die Schwiegertochter Albert Druck´s war lange Jahre Schneiders „rechte Hand” im Geschäft.
Eine der Maximen lautete gestern wie heute: „Der Kunde muss mein Freund, sein und alles bekommen, was er benötigt“. So stört es auch nicht, wenn die ersten Bauleute weit vor dem Dienstbeginn anderer Unternehmen schon vor 7 Uhr klingeln, weil sie etwas aus dem „Drucks-Store” brauchen.
1970 übernahm Dieter Linde, der seit 1959 (erst als Lehrling, dann als Angestellter) die Firma von Grund auf kennengelernt hatte, das Geschäft. Auch für ihn war es „Ehrensache“ nicht viel zu verändern, sondern auch nur auf neue Verbrauchergewohnheiten umzustellen. Beispielsweise verbesserte er den Service im 
„Do ityourself“ -Segment. Außerdem eröffnete er einen Tag und Nacht einsatzbereiten Schlüsseldienst, inklusive Sicherheitstechnik und Fertigung von Schließanlagen.


Bau- und Türschilder werden in allen Größen angefertigt. Der Einbau von Markisen und Rollläden ist eine weitere Sparte der Firma Drucks. Aber nach wie vor gibt es Schrauben oder Unterlegscheiben auch noch einzeln!
Dieter Linde leitete das Unternehmen zusammen mit seiner Ehefrau Christa (ꝉ) und übergab es 2017 an seinen Sohn Martin Linde, der die Drucks-Tradition mit seinem kompetenten und qualifizierten Team fortführen wird!
Wenn ein Unternehmen über 150 Jahre am Markt ist, wundert es nicht, dass „Drucks“ auch in den Nachbargemeinden zum Begriff geworden ist.

Franz Heinrich Veuhoff