Ein besonderes Konzert begeisterte die Zuhörenden
Einen solchen Andrang erlebt die katholische St. Remigius Kirche in Mengede nur noch selten. Doch am vergangenen Sonntag (25.10.) waren sämtliche Bankreihen dicht besetzt und es mussten noch zusätzliche Stühle aufgestellt werden. Vorsichtige Schätzungen gingen von etwa 400 Besucherinnen und Besuchern aus. Sie alle waren gekommen, um ein besonderes Orgelkonzert zu hören.
Organist Hans-Ulrich Peuser und Moderator Diethelm Textoris hatten zu einem Konzert unter dem Titel „Rock and Pop meet Organ“ eingeladen. Versprochen hatten sie, mit Klassikern auf der Kirchenorgel dem Publikum neue Hörerlebnisse zu bieten und gleichzeitig so manche Hintergrundinformationen zu den Titeln und ihren Interpreten zu liefern. Nach 100 Minuten Konzerterlebnis mit einem facettenreichen Programm aus 30 Musiktiteln hielt es das begeisterte Publikum nicht mehr auf den Sitzen. Es gab stehenden Applaus in Richtung Empore für Hans-Ulrich Peuser, der das gesamte musikalische Repertoire selbst arrangiert und nur mit einem Laufzettel ohne Notenvorlage umgesetzt hatte. Die Zuhörenden bedankten sich auch beim Moderator Diethelm Textoris, der sie mit vielfältigen Informationen versorgt und ihnen so einen neuen Blick auf die Rock und Pop Musik verschafft hatte.


Als erstes erklang „Morning has broken“ des britischen Sängers Cat Stevens, der sich nach seinem Übertritt zum Islam Yussuf nannte. Der Titel wurde bewusst an den Anfang gesetzt, um auszudrücken, dass Rockmusik auf der Kirchenorgel ein Umbruch bedeutete, der in früheren Zeiten bei der strengen Trennung von sakraler und weltlicher Musik nicht möglich gewesen wäre. Eine Abgrenzung, die, wie das Publikum im Laufe des Konzerts feststellen konnte, willkürlich war. Musikalische Nähe zeigte sich, als den Popsongs mit der Orgel ein feierliches Kleid angelegt wurde. Inhaltlich zeigte der Moderator, wieviel christliche Botschaften in der Rock- und Popmusik stecken. So ist die Zahl „sieben“, die Peter Maffay und Karat bei den „Sieben Brücken“ besingen, vielfach in der Bibel zu finden. Von den „Sieben Schöpfungstagen“ über die „Sieben Todsünden“ bis hin zu den „Sieben Kardinaltugenden“. Und in vielen der Popsongs geht es um Menschlichkeit, Toleranz und Eintreten für eine bessere Zukunft. Sehr viel Anklang fanden die neu in das Programm genommenen Titel von Paul Simon und Art Garfunkel und die berührenden Chansons von Edith Piaf.


Das Programm rundeten die Abba-Titel „I have a dream“ und „Thank you for the music“ ab, die auch den inhaltlichen Schlusspunkt setzten. „Wann gibt es eine Wiederholung oder eine Fortsetzung?“ war eine oft gestellte Frage. Ein Wiederholungskonzert gibt es im kommenden Frühjahr in der katholischen St. Antonius-Kirche in Ickern. Das nächste Konzert mit dem Mengeder Heimatverein als Veranstalter findet bereits am 8. November im Kulturzentrum Mengeder Saalbau statt. Dann spielt die Mengeder Hauskapelle „Emscherperlen-Fischer“ weltberühmte Songs unter dem Titel „Viva Las Vegas“. Karten hierzu gibt es in der „Buchhandlung am Amtshaus“.
Text: Diethelm Textoris, Fotos: Ralf Obernier


