Die Sitzung fand bei gefühlter Körpertemperatur statt. Eine Trinkpause war – anders als bei der Fußball-WM – nicht vorgesehen.
Nach den üblichen Formalitäten stand die obligatorische Bürgerfragestunde auf der Tagesordnung. Die Besucherplätze waren gut gefüllt. Nenad Nemarnik von der Siedlergemeinschaft Langenacker/Kreuzloh beweist langen Atem, indem er zum wiederholten Male die Missstände rund um den Bau des Segro-Logistikparks auf dem ehemaligen Kneppergelände beklagte. Erneute Bedrohungen durch Lkw-Fahrer, wochenlange Internetausfälle wegen Beschädigungen der Glasfaserkabel. Außerdem kritisiert er, dass die Stadt Dortmund die Bürgerbegehren der Siedlergemeinschft offensichtlich ignoriert.
Alina Baritci, Anwohnerin der verkehrsberuhigen Straße Am Schlosspark in Bodelschwingh, engagiert sich für die Verbesserung der Verkehrssituation im Wohngebiet. Die Anliegerstraße wird regelmäßig von Unberechtigten als Abkürzung von der Straße Im Odemsloh zur Schloßstraße Richtung BAB-Auffahrt Do-Bodelschwingh missbraucht. Das Tempolimit 30 bleibt dabei meistens unbeachtet. Eine Verkehrszählung hatte 150 Fahrzeuge zwischen 7 und 9 Uhr ergeben. Damit ist für die Anwohner klar: ein gefahrloser Schulweg der Grundschüler zur Schule ist so gut wie unmöglich. Baustellen und die Situation rund um die Bodelschwingher Kirmes verschärfen die Lage noch. Die Anwohner brachten ihren Unmut per Unterschriftenliste zum Ausdruck. Sie lag der BV bereits vor.


Ein Ortstermin zur Begutachtung der Lage hat bereits stattgefunden. Dabei wurde auch die Sicherung des Kinderspielplatzes mit angrenzendem „Tümpel“ („Kinder könnten im Sumpf versinken“, O-Ton Axel Kunstmann) berücksichtigt. Die gute Kunde: Verbesserungen der Situation sind in Arbeit.
Zoff um die Schulhofnutzung der Bodelschwingh-Grundschule
Die aktuellen Zustände auf dem Schulhof der Bodelschwingh Grundschule lösten zwei Bürgeranliegen mit unterschiedlicher Zielrichtung aus. Von Saufereien, lautstarkem Grillen, Steinschlachten, Böller zünden und brennenden Mülltonnen wurde berichtet. Hierzu haben sich die Anwohner des benachbarten Stilkingweg an die BV gewandt mit der Intention, die häufigen Ruhestörungen mit der Schließung des Schulhofes zu unterbinden.
Gegenteiliger Meinung sind Familien, die den Schulhof für ihre Kinder als wichtigen Treffpunkt und zentrale Spiel- und Bewegungsfläche sehen. Diese Position wurde bereits auf der Bürgeranhörung der Mai-Sitzung vertreten. Axel Kunstmann hatte daraufhin diverse Gespräche mit den Antragstellern, der Schulleitung und dem Schulamt mit dem Ziel einer gütlichen Einigung geführt. Der Versuch ist gescheitert. Jetzt war die Lokalpolitik gefordert. Diverse Wortbeiträge mit Vorschlägen wie: Schließung um 18 Uhr, 19 Uhr, bzw. 22 Uhr wegen der Sportvereine, waren nicht mehrheitsfähig. Nach langer Diskussion stimmte die BV mehrheitlich gegen jede Schließung des Schulhofes.
Für einen Zebrastreifen am Schulzentrum Nette will die Stadtverwaltung kein Geld ausgeben. Ihr Vorschlag, die BV soll auf eigenen Kosten dafür sorgen, stieß auf völliges Unverständnis der BV-Mitglieder. Da ein Zebrastreifen keine Gewähr für eine bessere Sicherheit der Fußgänger garantiere (Holger Martens (CDU) und weiteren Bedenken, werden die erforderlichen 70.000 € nicht bereitgestellt.
Ein Bauwagen für die Kindertagesstätte Speckestraße zur Verbesserung der Sprach- und Lesekompetenz der Vorschulkinder wird nicht von der BV finanziert. Das ist das Ergebnis der Diskussion, in der unterschiedliche Standpunkte ausgetauscht wurden. Die „Lehrerfraktion“ in der BV (Katrin Petri (B90/Die Grünen), Jan Meier (die Linke) sieht darin ein wertvolles pädagogisches Konzept. Zu klein, zu teuer (knapp 10.000 €) und der fehlende Glaube an der Wirksamkeit des Konzepts waren Argumente dagegen. Diese Position führte schließlich zur Ablehnung des Antrages.


Was sonst noch interessiert:
Die Schilder der Radtour „Rund um Mengede“ sind teilweise verrottet und unleserlich. Ein Antrag des ADFC zur Anschaffung neuer Schilder hatte Erfolg.
Die Sonntagsarbeit für das Michaelisfest am 06.09.26 wird gegen die grundsätzlichen Bedenken von Jan Meier (Die Linke) genehmigt.
Die Tradition Feuerwerk auf der Bodelschwingher Kirmes schlägt alle Argumente zur möglichen Klimabelastung und Vorschlägen von Alternativen (z.B. Laser- /Drohnen-Show).
In Niedernette wird eine Nisthilfe für ein Storchennest eingerichtet.
Zur geplanten 8-monatigen Sperrung der A45 im Jahre 2027 soll eine Info-Veranstaltung stattfinden, in der mögliche Einschränkungen für unseren Stadtbezirk geklärt werden.
Peter Kaufhold
