Wer bestimmt? Politik oder Verwaltung. Es war wieder ein Kräftemessen.

In der 3-monatigen Sommerpause konnten die Bezirksvertreter neue Energie zur Entwicklung unseres Stadtbezirks auftanken. Entsprechend war in den Diskussionen die Konzentration auf das Wesentliche unter der launigen Gesprächsführung von Axel Kunstmann deutlich spürbar. Auch Privates kam in der Sommerpause nicht zu kurz. Aus Tanja Flur (CDU) wurde nach ihrer Eheschließung Tanja Nowak. Die herzlichen Glückwünsche überbrachte Bezirksbürgermeister Axel Kunstmann mit der Überreichung eines Ytong-Grundsteins zur Ehe. Ob das der erste Stein für den Neubau des gemeinschaftlichen Zuhauses ist, blieb offen. Auch auf die seit knapp einem Jahr geschlossene Ehe von Bruno Wisbar (SPD) wurde zurückgeblickt.

Die Einwohnerfragestunde

Ein Nachbar der Schragmüller-Grundeschule beklagte Pläne zum klimaresilienten Umbau des Schulhofes. Damit sei ein Kleinfeldfußballplatz mit Toren und Schutzgittern an der Grenze seines Grundstücks verbunden. Zusätzlicher Lärm und optische Beeinträchtigungen trügen zur Wertminderung seiner Immobilie bei. Außerdem hat er schon genug Arbeit mit der Entsorgung des Herbstlaubes, das die Platanen auf dem Schulhof abwerfen. Seine Forderung: Der Schulhof soll außerhalb der Schulzeiten abgeschlossen werden. Axel Kunstmann erwiderte, dass der asphaltierte Schulhof gegen einen klimafreundlichen Belag ausgetauscht wird. Bäume seien im Zeichen des Klimawandels unentbehrlich. Als Kompromissvorschlag soll das Gitter gegen eine geräuscharmes Netz ausgetauscht werden, so ein Vorschlag aus der BV. Im Übrigen bleibt hierzu eine Entscheidung des Stadtrates abzuwarten.

Franziska Sosna ist selbständige Kindertagespflegeperson. Entgegen der landläufigen Meinung, Kitaplätze seien knapp, sorgt sie sich zusammen mit weiteren Kolleginnen um ihre berufliche Zukunft. Seit knapp 2 Jahren spürt sie einen deutlichen Rückgang der Nachfrage nach Pflegeplätzen. Auch Kitas im Stadtbezirk haben Schwierigkeiten, ihre Plätze vollständig zu belegen. Trotzdem werden weitere Kindertageseinrichtungen gebaut, wie z.B. die Kita StepTanz in der Mengeder Heide und eine weitere auf dem Völkmann-Gelände in Bodelschwingh. Sosna vermisst eine qualifizierte Bedarfsplanung. Und genau da harkt Jürgen Utecht (B´90 Die Grünen) ein und fordert zur Klärung eine Berichterstattung der zuständigen Fachbereiche der Verwaltung. Die BV stimmt einstimmig für diesen Antrag.

Mit der Installation von Taubenschutzmaßnahmen (Netze und Spikes) am Saalbauturm wurden Fakten geschaffen, mit denen sich Tierschützerin Yvonne Mucha nicht anfreunden kann. Sie vermisst ihre Beteiligung, die eine artgerechte Dezimierung des Taubenbestandes, z.B. Austausch der Eier gegen Attrappen, zum Ziel hatte. Außerdem führe dies zu einer Verdrängung zu anderen Hotspots (Autobahnunterführung Siegenstraße). Werner Locker vom Kulturzentrum Mengede unterstrich die Notwendigkeit der Maßnahmen: „Wir haben unter Atemschutz 8 Säcke Taubenmist entsorgt und das Glockenspiel musste einer Intensivreinigung unterzogen werden“. Zur Problemlösung könnte ein Taubenhaus beitragen. Hierzu einen Antrag zu stellen, war die Empfehlung von Axel Kunstmann in Richtung Yvonne Mucha.

Friss oder stirb

Das war das ernüchternde Fazit zum Ausbau des Eingangsbereichs Volksgarten. Seit über 4 Jahren ist die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragt. Nun macht die Haushaltslage der Stadt dem gelungenen Plan eine Strich durch die Rechnung. Der BV lag eine deutlich abgespeckte Version von Ertüchtigungsmaßnahmen vor, die die BV aus ihren Mitteln finanzieren soll:

  • beschädigte Wegefläche in wassergebundene Wegedecken auszubauen einschl. der Verlegung eines Leerrohrs oder Rinnen zur Durchführung des Frischwasserschlauchs bei Veranstaltungen. 
  • Bereich für die temporäre Aufstellung von Toilettenwagen (angenommen Maße 2,50 x 10,00 m pro Wagen) als wassergebundene Fläche 
  • Eine Bank mit Abfallbehälter mit Pflasterfläche
  • Blütensträucher im Bereich der neuen Bank
  • Fünf Fahrradständer in Pflasterfläche innerhalb des Eingabebereiches des Parks
  • Zehn Fahrradständer im Bereich der Straße (bisher 3 Parkplätze)

Das Ergebnis war für die Bezirksvertreter kaum verdaulich. Es setzte sich jedoch folgende Erkenntnis durch: Entweder erfolgt Zustimmung oder es passiert gar nichts. Für weitere Fahrradstellplätze stockte die BV das Budget auf 20.000 € auf.

Weitere Beschlüsse

Die künstlerische Gestaltung eines weiteren Stromkastens auf der Strünkedestraße gegenüber der „Alten Post“, beantragt vom Heimatverein Mengede, wird finanziell gefördert (Einstimmiger Beschluss).

Der Mengeder Angstraum Nr. 1 soll sicherer werden. Die Unterführungsbeleuchtung im Mengeder Bahnhof wird erneuert. Hierzu erfolgte ein einstimmiger Beschluss. Unter den Bezirksvertretern machte sich Erleichterung breit, denn der aktuelle Zustand führte zu regelmäßigen Beschwerden der Mengeder Bevölkerung. Die Kosten belaufen sich auch 180.000 Euro!

Jürgen Utecht, Fraktionssprecher von B´90/Die Grünen, nahm zum Thema „Anbindung der Castroper Straße an den Langenacker mit einem Fuß- und Radweg auf der ehemaligen Gleistrasse“ grundsätzlich Stellung. Er kritisiert die Verwaltung, den Beschluss der BV, die ehemalige Gleistrasse als Fuß- und Radweg instandzusetzen, einfach zu ignorieren und den Plan ad Acta zu legen. Begründung der Verwaltung: „Das Vorhaben ist nicht im vom Rat beschlossenen Radwegenetz priorisiert. Außerdem stehen die personellen und finanzielle Ressourcen nicht zur Verfügung“. Utecht sieht darin eine Missachtung der Vorschriften der Gemeindeordnung NRW.

Peter Kaufhold