Heimatblätter
Beiträge und Geschichten aus dem Stadtbezirk Mengede
Herausgegeben vom Heimatverein Mengede e. V.

Nr. 50
Juni 2017
16. Jahrgang
EP 0,50 Euro

 

 

 

Aller guten Dinge sind 13


Musik-Festival war wieder ein voller Erfolg

Dass die 13 keine Unglückszahl ist, dafür lieferte unser diesjähriges Musik-Festival in der „ausverkauften“ evangelischen Remigius-Kirche den Beweis Es war nämlich das Dreizehnte. Dauer der Kür der Chöre: drei Stunden. Obwohl diesmal nur sieben Chöre und zwei Instrumentalgruppen ihr Können zeigten, war die Veranstaltung wieder ein voller und viel beklatschter Erfolg.image002
Dass es die Gesangvereine heute aus Altersgründen und Nachwuchsmangel nicht mehr ganz so einfach haben wie früher, zeigte sich daran, dass nach dem Mengeder Volkschor und dem Quartettverein Sangesfreunde Westhausen jetzt auch der MGV Frohsinn, ältester und letzter Männerchor im Stadtbezirk Mengede, seine Notenbücher endgültig zugeklappt hat.

Dass sich die Zeiten (nicht nur für die Chöre) geändert haben, bedauerte auch Hans-Ulrich Peuser: „Leider ist die Zahl der aktiven Chöre trotz einiger Fusionen in unserem Stadtbezirk drastisch zurückgegangen.“ Nicht zuletzt läge das „auch an unserer schnelllebigen und von digitalen Medien geprägten Zeit.“image004

Dass es trotzdem „erneut gelungen war, ein überaus anspruchsvolles Programm zusammenzustellen, lobte Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch, der in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernommen hatte. Das Festival sei „ein Highlight“ und „eine feste Größe in der Kulturlandschaft unseres Stadtbezirks“. Dass es immer noch so viele Chöre und Musikgruppen gibt, sei „ein schönes Zeichen des Miteinanders in unserem Ort“.

 

Eröffnet wurde das Konzert durch den Bläserchor der evangelischen Noah-Gemeinde, die zum dritten Mal Gastgeber des Festivals war. Mengedes ältester Chor ist der Kirchenchor Cäcilia der katholischen Remigius-Gemeinde. Er trat mit Unterstützung der Chorgemeinschaft Maria Magdalena aus Horneburg auf. Als jüngste Sänger erfreuten die Emscherwichtel der Noah-Gemeinde und der Schulchor der Regenbogen-Grundschule mit fröhlichen Liedern.

 

Einen gemeinsamen Dirigenten haben der Gemischte Chor Westerfilde und der ökumenische Frauenchor Take Two, die ausschließlich englischsprachige Lieder im Repertoire hatten.

 

Dass die alten Volkslieder aber nicht ganz in der Versenkung verschwinden, dafür sorgte der aus Deutschen aus Russland bestehende Frauenchor Heimatliebe (Bild). Seefahrer-Romantik, bei der sogar geschunkelt wurde, steuerte die erstmals bei unserem Festival vertretene Musikschule Waltrop mit ihren Shantys bei.

 

Für den musikalischen Ausklang sorgte Ritter´s Mandolinen-Konzert-Gesellschaft mit einem Volkslieder-Medley ihres Mitgründers Theodor Ritter, bei dem die Zuhörer die bekannten Lieder mitsangen. Außerdem begleitete das Orchester auch das gemeinsam gesungene Steigerlied, mit dem ein schöner und unterhaltsamer Nachmittag dann endgültig endete.

Hans-Ulrich Peuser versprach in seinem Schlusswort unter Beifall, dass man alles tun wird, um das „einmalige Kulturereignis Musik-Festival“ auch im nächsten Jahr wieder durchführen zu können.

 

Karlheinz Bohnmann

 

 

 

Positive Bilanz


Jahreshauptversammlung war gut besucht

Während andere Vereine mit Problemen und oft erfolglos um ihr Überleben kämpfen, können wir über gut besuchte, oft sogar überfüllte Veranstaltungen und steigende Mitgliederzahlen stolz sein. Kein Wunder, dass man Hans-Ulrich Peuser auf unserer von rund 100 Mitgliedern besuchten Jahreshauptversammlung, die diesmal im Gemeindehaus der katholischen Remigius-Gemeinde stattfand, die Zufriedenheit anmerken konnte.

Die Zahl unserer Einzelmitglieder (hinzukommen 42 Ehepaare und elf Vereine) ist 2016 weiter gestiegen und hat sich von 294 auf 350 erhöht.

In die positive Bilanz stimmte auch Geschäftsführer Peter Jürgens ein. U. a. erwähnte er das große Interesse an unseren monatlichen Stammtischen, zu denen sich auch immer wieder zahlreiche Gäste einfinden. Als einen ganz besonderen „Knaller“ bezeichnete er das Konzert zum 100. Geburtstag von Frank Sinatra: „Da platzte das Heimathaus aus allen Fugen.“ Ein weiteres großes Ereignis sei die Abschlussveranstaltung des Dortmunder Denkmaltages gewesen, der in der evangelischen Remigius-Kirche durchgeführt wurde und in unserem Heimathaus ausklang.

Von einem „Rosenstrauß an Aktivitäten“ sprach Hans-Ulrich Peuser, als er das „Restprogramm“ für dieses Jahr vorstellte. Besondere Ereignisse sind das 13. Musikfestival am vergangenen Sonntag, das inzwischen bereits dritte Nachbarschafts-Picknick auf der Williburgstraße am 2. Juli, das Sommerfest am 14. Juli, der Jahresausflug am 6. August nach Hamm, der Schnadegang am 3. Oktober und der Adventsmarkt am 10. und 11. Dezember.

Weiter wies unser Heimatverein-Chef u. a. auf die Radtouren, Skatabende und Tageswanderungen sowie auf die nächsten Stammtisch-Abende hin.

Außerdem hatte er auf den Disco-Abend hingewiesen, der am 14. Juni im Kulturzentrum Saalbau stattgefunden hatte. Diethelm Textoris, der sich auch sonst auf vielseitige Weise in unserem Verein engagiert, schlüpfte dies Mal in eine Rolle, die er während seiner Studentenzeit in einer Oestricher Gaststätte ausgeübt hatte: Er legte Schallplatten von anno dazumal auf.

Dass unser Heimatverein 2016 auch auf finanziellem Gebiet erfolgreich war, konnte Kassierer Werner Helmich mitteilen. Nach einem Defizit im Vorjahr (wegen notwendiger Investitionen in der Heimatstube) konnte ein Überschuss eingefahren werden, und der war größer als das Vorjahresmanko. Helmichs Erklärung für das Plus: „Wir haben gut gewirtschaftet.“

 

 

Karlheinz Bohnmann

 

 

 

Erinnerung an große Prozessionen


Stationskreuz wurde erneuert und geweiht

Das Prozessionskreuz in der Mengeder Heide ist neu, der Standort in der Nähe des ehemaligen Gut Rittershof alt. Bis vor 41 Jahren hatten die Mengeder Katholiken während ihrer dreistündigen Prozessionen am Fronleichnamstag dort Station gemacht und danach das Kreuz irgendwie vergessen, bis der missliche Zustand bei einem Schnadegang unserem Verein auffiel. Er sorgte dafür, dass Kreuz und Platz wieder in einen ansehnlichen Zustand versetzt wurden. Außer einem neuen Kreuz, das Dirk Lehmhaus angefertigt hat, wurden auch zwei Bänke sowie ein Findling aufgestellt.image006

Die feierliche Segnung des Kreuzes nahm Pfarrer Hubert Werning (katholische St. Remigius-Gemeinde) vor. Er bedankte sich auch bei Hans-Ulrich Peuser für die Initiative unseres Heimatvereins. Die Aktion bezeichnete er angesichts der Tatsache, dass inzwischen in immer mehr öffentlichen Einrichtungen kirchliche Hinweise entfernt würden, als ein „sehr schönes Gegenzeichen“.

Übrigens bleibt auch das Vorgänger-Kreuz erhalten. Es bekommt einen neuen Standplatz auf dem Friedhof der Gemeinde an der Waltroper Straße.

Interessant ist ein Rückblick auf die Geschichte der Prozessionen. Franz-Heinrich Veuhoff hat sie für den an dem Findling angebrachten QR-Code zusammengestellt. Zum Beispiel: Als die Prozession 1850 erstmals mit über 1000 Teilnehmern durchgeführt wurde, war das für den damaligen Pfarrer Schnettler ein teurer Spaß, denn weil sie nicht als „in hergebrachter Art“ galt und nach geltendem Recht nicht genehmigt war, musste er zehn Taler Strafe sowie 12 weitere Taler, 6 Silberlinge und 7 Pfennige Verfahrenskosten zahlen. Von dem Geld hätte er gut ein halbes Jahr leben können.

Aber das amtliche Verbot schreckte den mutigen Seelsorger nicht. Er erreichte es, dass die ursprünglich dem heiligen Remigius gewidmeten Umzüge durch die Feldflur ab 1851 offiziell durchgeführt werden durften. Sogar während der Besetzung durch Napoleon und des Ersten Weltkriegs zogen die katholischen Gläubigen stundenlang durch die Felder. Damit war es vorbei, als die Nazis an die Macht kamen. Erst musste der Weg immer wieder gekürzt und schließlich durften die „Prozessionen“ nur noch in der Kirche durchgeführt werden.

 

 Karlheinz Bohnmann

 

 


Sie wollte keinen Mann


Lieder der Großstadt begeisterten

Es war nur ein Scherz, aber Hans-Ulrich Peuser lag mit seiner Feststellung „Eigentlich könnten wir jetzt auf Tournee gehen“ nicht schief. Das bewies der große Beifall nach dem zweistündigen Konzert „Lieder der Großstadt“, mit dem Berlin, Hamburg, Köln und der Metropole Ruhrgebiet eine musikalische Reverenz erwiesen wurde.

Auf dem Programm standen Gassenhauer und Schlager mit Evergreen-Charakter. Ergänzend dazu waren auf der Leinwand hinter dem Ensemble die Originalinterpreten der Lieder (u. a. Claire Waldorf, Marlene Dietrich, Hildegard Knef, Hans Albers, Freddy Quinn, Willy Millowitsch und Udo Lindenberg) zu sehen.

Im Heimathaus, wo die Hommage stattfand, wurden sie von Monika Siewert, Friedhelm Stolle, dieser hatte zwei Tage zuvor noch mit Fieber im Bett gelegen, Diethelm Textoris (Gesang), Lena Rokita (Violine), Hans Ulrich Peuser (Klavier) und Heinz Weckendrup (Akkordeon) vertreten. Matthias Willing (Kontrabass) musste leider aus beruflichen Gründen kurzfristig absagen. Alle Akteure kamen übrigens aus unseren eigenen Reihen. Besonders stark im Sänger-Ensemble war die Neu-Mengederin Marion Siewert, die schon bei den Berlin-Liedern ihre stimmliche Klasse bewiesen hatte, mit dem Trude-Herr-Hit „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“.

Natürlich durften in dem Programm eine Ode an den BVB und das von den Zuhörern mitgesungene Steigerlied nicht fehlen. Während dessen waren auf der Leinwand Mengedes Kumpel-Museums-Chef Max Rehfeld und sein „Lehrhauer“ Rolf Krönke zu sehen.

Richtig „mengederisch“ wurde es, als das Mengede-Lied als Zugabe erklang, das für eine der ersten Nachkriegs-Karnevalsveran-staltungen nach dem 2. Weltkrieg in Mengede geschrieben worden war, und das von unserem im vorigen Jahr verstorbener Ehrenvorsitzender Wilfried Jürgens und Fr.-Heinrich Veuhoff erst vor einigen Jahren wieder entdeckt hatte. Leider ohne die Noten, so dass Hans Ulrich Peuser, dem Jürgens das Lied Franz-H. Veuhoff vorgesungen hatte, „neue“ Noten schreiben musste.

Dass die Zuhörer nicht nur mit den alten Liedern im Ohr, sondern auch mit interessanten Informationen über deren Komponisten und Sänger den Heimweg antraten, war Diethelm Textoris zu verdanken. Denn er war nicht nur als Sänger, sondern auch als Moderator im Einsatz. Und auch die begleitenden Bilder hatte er zusammengestellt.

 

Karlheinz Bohnmann

 

 

 


Doku mit Elisabeth Schragmüller


Hinrichtung von Mata Hari 1917

Marta Hari, eine gebürtige Holländerin, war durch anstößige Auftritte und eine exotische Aura zum Star der Belle Epoque geworden. Als Erotiktänzerin (oder war sie doch nur eine tanzende Edelprostituierte?) wurde Mata Hari durch „Mademoiselle Docteur“, Offizierin des deutschen Geheimdienstes, als Agentin angeworben und u.a. nach Paris geschickt. Fräulein Doktor war keine andere als Dr. Elisabeth Schragmüller, Spionageoffizierin im Ersten Weltkrieg und Tochter des Mengeder Amtmanns Karl Schragmüller (1891 bis 1910). Vielleicht hat sich Mata Hari aus Geldnot als glücklose Agentin versucht, denn im Krieg war sie wohl nicht viel mehr als eine Schachfigur der Frontpropaganda ohne erfolgreiche Spionagetätigkeit.

Marta Hari wurde am 25. Juli 1917 in Frankreich wegen angeblicher Spionage für Deutschland hingerichtet. Diese Spionagegeschichte könnte bald in neuem Licht erscheinen, denn 100 Jahre nach dem Todesurteil dürfen erstmals die Gerichtsakten eingesehen werden. Rätselhaft wird Mata Hari vermutlich aber auch danach bleiben.

Die ARD strahlte dieses Dokudrama, aus deutscher Geheimdienst-Perspektive gesehen, am 18. Juni zum ersten Mal aus. Das Video ist noch bis zum 2. August noch in der ARD-Mediathek zu sehen.

Das Leben von Elisabeth Schragmüller wurde 2004 von Hanne Hieber und mir aufwendig recherchiert. Unsere Sonderbeilage Nr. 6/2004 befasste sich ausführlich mit Elisaeth Schragmüller.

 

Fr.- Heinrich Veuhoff

 

 

 


Er ist dann mal weg …


Ältester Briefkasten verschwand

Freud und Leid wurden über ihn Verwandten und Freunden über viele Jahrzehnte mitgeteilt. Aber seit dem neuerlichen Umzug der Post in Mengede verschwand der Briefkasten am Burghof in einer Nacht- und Nebelaktion Ende März 2017. Auch die Familie Heiderich als Eigentümerin des Restaurantgebäudes überraschte der „Rückbau“, der ohne einen Hinweis der Post geschah. Zurück blieb eine beschädigte Fassade, und viele Bürger staunten nicht schlecht, als sie mit einem Brief in der Hand einen neuen Briefkasten suchen mussten.

1825 wurde die erste Poststelle in Mengede eingerichtet, und vor mehr als 150 Jahren berichtete die Postexpedition Mengede stolz, dass bereits sechs Briefkästen im Zustellungsbezirk vorhanden seien.

In unserer modernen Zeit scheint es der Deutschen Post nicht mehr wert zu sein, über Veränderungen vorher zu informieren.

 

 

 Fr.- Heinrich Veuhoff

 

 

 


Mengede gezeichnet


Mathes der Maler am ersten Stammtisch

„Warum fotografiert er das denn eigentlich nicht?“, fragte sich so mancher, wenn er Mathes Schweinberger (Foto) zwei Stunden lang mit seinem Hocker und seinem Zeichenblock vor einem alten Haus sitzend Strich für Strich ein Bild skizzieren sah.image008

Warum er nicht einfach zur Kamera greift, erklärte der aus Brambauer stammende und jetzt in der Nordstadt wohnende Designer, der in Münster visuelle Kunst studiert hat, an unserem ersten Stammtisch in diesem Jahr.

Natürlich hatte der Künstler auch einige seiner Zeichnungen mitgebracht, die in Mengede entstanden sind. Bilder überwiegend in schwarz-weiß und nur manchmal auch mit sparsamen farblichen Akzenten oder gleich auf farbigen Zeichenkarton.

Alle entstanden direkt vor Ort. Denn ein Foto als Vorlage kommt für Schweinberger nicht infrage: „Ich muss das Objekt dreidimensional vor Augen haben.“ Und einen Fotoapparat hat er übrigens nicht einmal.

Was ihm besonders ins künstlerische Auge fiel, waren z. B. unsere historische Remigius-Kirche, die schönen alten Fachwerkhäuser und schmucken Jugendstilgebäude sowie die Zechen Adolf von Hansemann und Westhausen.

Sein erstes Bild in Mengede hatte Schweinberger, der schon als Kind viel gezeichnet hatte, war „vor zehn oder 15 Jahren“ das alte Borgmann´sche Fachwerkhaus („Nur die Tankstelle stört“) am früheren Schlagbaum. Das jüngste hatte er erst („Bei 10 Grad“) fünf Tage vor seinem Besuch an unserem Stammtisch gefertigt: Das Café Chaos, die ehemalige Gaststätte Schieferecke hatte er speziell für diesen Besuch festgehalten. Dabei reizte Schweinberger auch der morbide Zustand des Gebäudes, das wahrscheinlich abgerissen werden soll.

Wenn ihm Leute beim Zeichnen über die Schulter blicken und ihn ansprechen (einige bringen ihm auch Kaffee und Kuchen) ist das für Schweinberger „so etwas wie ein kleines Abenteuer“. Manchmal wird er dann auch gefragt, ob das Kunst sei, was er da macht, und ob er denn davon auch leben kann.

Man kann. Man muss nur so gut zeichnen können wie „Mathes, der Maler“.

Dessen Spezialgebiet ist eigentlich Architektur- und Industriegrafik. Dass Schweinberger auch ein erfolgreicher Porträtmaler ist, kann man in einer alten Burg in Lüdinghausen bewundern, die einem Privatmann gehört. Dort hat er die Köpfe berühmter katholischer und protestantischer Kirchenmänner abgebildet.

 

Karlheinz Bohnmann

 

 

 

 


Ein Reh als „Kostgänger“


Zoo Chef freute sich über Patenschaft

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Dr. Frank Brandstätter und Hans- Ulrich Peuser

mit der Patenschaftsurkunde

Nicht auf den sprichwörtlichen Hund, aber auf ein Reh ist unser Heimatverein gekommen. Er hat für ein Jahr einen „Kostgänger“ im Dortmunder Zoo.

„Wir sind für jede Unterstützung dankbar“, freute sich Dr. Frank Brandstätter über diese Patenschaft. Er informierte an unserem März-Stammtisch über „seinen“ vor 64 Jahren gegründeten Dortmunder Tierpark, so der ursprüngliche Name des Zoos.

Träger der Einrichtung im Rombergpark (übrigens der größte Tierpark in Nordrhein-Westfalen) ist die Stadt. Die jährlichen Kosten liegen zwischen 5,5 bis 6 Mio. €. Davon werden etwa 18 Prozent durch Eintrittsgelder gedeckt.

Brandstätter machte auch deutlich, dass der nach dem 2. Weltkrieg gegründete Zoo mehr als nur eine Freizeiteinrichtung für die Bevölkerung ist. Er hätte auch weltweit einen bedeuteten Ruf als Wissenschafts- und Bildungseinrichtung, deren Experten auch im Ausland (z. B. in Brasilien und in Schweden) gefragt sind.

Probleme bereiten den Zoos die Tierdiebstähle. Brandstätter: „Ein Millionengeschäft.“ Er vermutet, dass hinter der Tiermafia russische Oligarchen stehen. Eine Versicherung für entwendete Tiere gäbe es leider nicht.

Ein anderes Problem: Es sei nicht immer leicht, für Tiere die passenden Partner zu finden. Denn wenn diese den für sie Auserkorenen nicht mögen, hat dieser beim Anbandeln keine Chancen. Das kennt man doch.

Irgendwie menschlich.

Karlheinz Bohnmann

 

 

 

 


Der alte Jasper sah sie voraus


170 Jahren die Köln-Mindener Eisenbahn

Die Köln-Mindener-Eisenbahn feierte am 15. Mai Geburtstag. Vor 170 Jahren wurde sie „auf die Schienen gesetzt“. Für Mengede spielte sie über viele Jahrzehnte eine wichtige Rolle. Dass sie kommen würde hatte bereits 1830 der alte Jasper, damals ein bekannter Spökenkieker aus Deininghausen, der für seine Prophezeiungen bekannt war, vorhergesagt: „Ein nicht von Pferden gezogenes feuriges Fahrzeug mit furchtbar großen Augen wird durch Mengede fahren“. 17 Jahre später, da war Jasper bereits drei Jahre tot, fuhr sie als Köln-Mindener Eisenbahn exakt auf der von ihm angegebenen Route („durch das Grutholz“) von Köln nach Hamm.

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Der Bahnhof Mengede um 1907

Prominentester Fahrgast, der mit ihr in Mengede gekommen war, war übrigens 1847 der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV., als er dem Freiherrn Carl von Bodelschwingh-Plettenberg auf Schloss Bodelschwingh einen Besuch abstattete.

Diese Aspekte kamen allerdings im Vortrag von Raumplaner und Lokführer-Sohn Karsten Hoch, der sich „von Kindheit an“ mit dem Schienenverkehr in und um Mengede beschäftigt, nicht vor, als er an unserem Mai-Stammtisch über die „Köln-Mindener“ berichtete. Sein Bereich war mehr die technische Seite. Der Vortrag mit vielen alten Fotos und zwei Filmen war dennoch nicht uninteressant. Besonders bei den älteren Besuchern lösten sie viele Wiedererkennungseffekte und Erinnerungen an eine Verkehrsvergangenheit aus, die längst Nostalgie sind.

„Geplant wurde die Eisenbahn bereits 1830“, erläuterte Hoch. Als sie 1848 in Betrieb ging, dauerte die Fahrt von Köln-Deutz nach Hamm noch sieben Stunden, heute sind es drei. Für Mengede war ursprünglich kein Bahnhof geplant. Er wurde erst nach Protesten eingerichtet und dann immer größer und bedeutender. Bald entstanden ein zweigeschossiges Stationsgebäude (vor Jahren abgerissen) mit Fahrkartenverkauf, Expressgut-Annahme und Gaststätte sowie auf Oestricher Seite eine Güterabfertigung.

Und vor dem Bau der heutigen Brücke konnte der Bahnübergang mit Autos überfahren werden. Allerdings war die Strecke so stark frequentiert, dass die Schranken 18 Stunden am Tag geschlossen waren. Warten mussten aber nur die Kraftfahrer, für die Fußgänger gab es schon damals den Tunnel.

Vom „Knoten“ Mengede führten z. B. „Nebenlinien“ zum Kraftwerk Knepper sowie zu den Zechen Gustav, Westhausen, Hansa und Achenbach.

Aber nicht nur die Eisenbahn, auch die Straßenbahn war Vortragsthema. Auch bei ihr änderten sich die Verhältnisse. So wurde z. B nach dem Bau der S-Bahn im Jahr 1989 die „Linie 5“, die seit 1925 nach Dortmund gerollt war, zwischen Mengede und Westerfilde eingestellt.

Übrigens: Straßenbahnwagen, die einst durch Mengede fuhren, sind heute im Ausland im Einsatz. Beispielsweise im polnischen Danzig sowie in Rumänien und in Japan.

 

Karlheinz Bohnmann

 

 

 

 

 


Auch Mengede besungen


Juni-Stammtisch war ein Liederabend

Der Stammtisch im Juni wurde wieder einmal als Liederabend gestaltet und mit einer historischen Schallplattenaufnahme des Steigerliedes (interpretiert vom früheren Quartettverein Adolf von Hansemann unter der Leitung von Fritz Keinhörster) eröffnet.

Diesen alten Schatz hatte Jürgen Utecht ausgegraben und mitgebracht. Dann hieß es „So klingt`s bei uns im Heimathaus“. Die Lieder „Freut Euch des Lebens“, „Die Gedanken sind frei“, „Aus grauer Städte Mauern“, „Hamburger Veermaster“ „Im Frühtau zu Berge“, „Im schönsten Wiesengrunde“, “Junge, komm bald wieder“, „Jenseits des Tales“, „In Junkers Kneipe“, „Kreuzberger Nächte“, „La Paloma“ und „Rote Lippen soll man küssen“ wurden von (fast) allen mitgesungen, was der Mann am Klavier (Hans-Ulrich Peuser) als dennoch „etwas zurückhaltend“ einstufte.

Beim zweiten Teil ging es weiter mit „Wenn wir erklimmen“, dem „Westerwald-Lied“, „der Capri Sonne“, „Wir lagen vor Madagaskar“, dem „Schönen Polenmädchen“ und „Wir wollen zu Land auffahren“ ging es noch einmal „richtig zur Sache“. Bei „Wir lieben die Stürme“ fügte Margarete Kraft per Solo eine weitere Strophe hinzu, die von Franz-Heinrich Veuhoff direkt für das nächste Liederheft übernommen wurde. Auch Werner Locker erfreute mit einer Solodarbietung über einen armen Wanderburschen.

Zum Abschluss wurde es dann mit „Kein schöner Land“, „Guten Abend, gute Nacht“ und „Ade zur guten Nacht“ wieder etwas ruhiger.

Bevor der Liederabend mit dem Steigerlied beendete wurde, erklang (zur Übung) auch noch einmal das „Mengeder Heimatlied (Musik: Willy Wolters und Text Hans Gloe). Dieses Lied war 1954 bei der Karnevalveranstaltung von Einigkeit Groppenbruch uraufgeführt worden.

Franz-Heinrich Veuhoff hatte es Ende 2014 wieder ausgegraben und um die Strophen zwei bis vier ergänzt. Wilfried Jürgens kannte die Melodie, sang sie - unter Mitschnitt mit einem Diktiergerät - vor und Hans-Ulrich Peuser schrieb danach die etwas abgewandelte Melodie. Seine zweite Premiere hatte das Heimatlied am Liederabend im Januar 2015 gehabt und gehört seitdem zum festen Programm eines Liederabends.

Franz-Josef Fedrau

 

 

 


„Trockenwanderung“ an der Ahr


Diethelm Textoris legte 150-km zurück

Dass es nicht „nur am Rhein so schön ist“, sondern auch an der Ahr, darüber berichtete Diethelm Textoris am April-Stammtisch. In Bild und Wort stellte er „das einzigartige Wanderparadies zwischen Blankenheim in der Eifel und Sinzig am Rhein“ (Ahr-Stieg und Rotwein-Wanderweg) vor, das er mehr als einmal unter seine Füße genommen hat.

Neun Tage war Textoris vor seinem Bericht auf der 150 km langen Wanderroute ab Blankenheim (dort entspringt die Ahr) unterwegs. Die teilweise recht bergige Strecke (Textoris: „Fast alpine Steigungen“) führte oft über schmale und riskante Hänge, so dass man möglichst schwindelfrei sein sollte. Textoris: „Aber alle sind gesichert“.

An seinem Wanderweg lagen wunderschöne Landschaften, gepflegte Fachwerkhäuser, alte Burgen (oder was davon übriggeblieben ist), Wegkreuze, Weinfelder sowie einladende Schänken und Hotels.

Textoris hat beide Seiten der Ahr „abgewandert“ und dabei immer wieder zur Kamera gegriffen und dabei auch viele interessante Details am Rande entdeckt, die sicherlich nicht jedem sofort ins Auge gefallen wären.

Ergänzt wurde der Bilderreigen über die „wilde Tochter des Rheins“ durch einen von viel Sachkenntnis und Humor geprägten Text.

Karlheinz Bohnmann

 

 

 

 


Zu Fuß nach Herne


Unterwegs auf dem Emscher-Park-Weg

Mit „per pedes statt pedales“ wollte Diethelm Textoris die Fahrradpause im Heimatverein mit Wanderungen überbrücken. image014

Trotz einiger Absagen (Urlaub) machten sich acht unentwegte Wanderfreunde und „Textoris Begleithund“ bei herrlichem Wetter auf die Tour.

Durch den Mengeder Ortskern ging es zum Bahnhof und durch den Hansemannpark nach Bodelschwingh. Nach einem kurzen Abstecher zum Schloss folgte die erste „Bergprüfung“ (Dinger Berg), Haus Dorloh, Deininghauser Bach (Pilotprojekt im Rahmen der Renaturierung der Emscher), Nierholz und das Grutholz folgten.

Nach drei Stunden erreichten die Wanderer das „Café del Sol“ am evangelischen Krankenhaus, wo die erste Erholungspause anstand.

Nach Kaffee, Kakao, Tee, Rührei und anderen Leckereien wurde eine gute halbe Stunde später die zweite Hälfte der Tour unter die Wanderstiefel genommen. Ein Teilnehmer zog es allerdings, vor mit dem Bus zurück nach Mengede zu fahren.

Für die anderen ging es weiter: Querung der B 236, Europaplatz in Castrop, Castroper Holz, Bladenhorst, entlang der Emschertalbahn zur Siedlung Teutoburgia in Herne. Die ehemalige Zechensiedlung wurde im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscherpark 1989 geschmackvoll grundsaniert. Unter dem ehemaligen Förderturm sind neben „Klangkörpern“ auch andere Kunstwerke installiert.

Die nächste Bergwertung führte zum Kaiser-Wilhelm-Aussichtsturm im Volkspark Sodingen. Dieser Wasserturm wurde 1913, anlässlich des 25-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Wilhelm II eingeweiht.

Nach einem Rundweg oberhalb des Gysenbergparks wurde der Ostbach und nach drei Kilometern direkt die Fußgängerzone von Herne erreicht. Von dort aus ging es per S-Bahn nach Mengede zurück, wo die Wanderung nach 24,6 km endete.

Franz-Josef Fedrau

 

 

 

 


Radler beendeten Pause


Erstes Ziel war Mutter Wehner in der Haard

Nach der ausgefallenen Abschlusstour 2016 wurde auch die Eröffnungstour 2017 der Heimatverein-Radler mit Verspätung angefahren. Ziel war „Mutter Wehner“.

Einige der 21 Teilnehmer kannten die Lokalität noch nicht, andere waren seit Jahren nicht mehr dort gewesen.

Am Regen-Rückhalte-Becken der Emscher vorbei ging es durch die Ickerner Heide, am Rhein-Herne-Kanal entlang und durch die Becklemer Heide nach Recklinghausen-Suderwich. Nach Recklinghausen-Essel, Alt-Oer und Oer-Erkenschwick ging es zum Stimbergpark. Als die Radler bei Mutter Wehner von den Sätteln stiegen, hatten die ersten 25 Kilometer zurückgelegt.

Zwei Stunden später wurden auf einem erstklassigen Radweg auf dem Rückweg durch die Haard, den Forst Haltern die Schleusen Ahsen und Datteln und das Dattelner Meer passiert.

Durch den Hafen Datteln und die Bauernschaft Oberwiese ging es zum Schiffshebewerk an den Dortmund-Ems-Kanal.

Franz-Josef Fedrau

 

 

 

 


Dicke Bohnen und Regenjacken


Mairadtour war feuchte Angelegenheit

Im Mai war Lünen das nächste Ziel der Monatsradtour. Trotz einer schlechten Wettervorhersage nahmen 20 Radler daran teil.

Über die Schwieringhauser Halde ging es nach Brambauer und an den Datteln-Hamm-Kanal, am Stadthafen Lünen vorbei und dann in die Fußgängerzone der Lippestadt Lünen, wo im „Brauhaus Drei Linden“ eine Mittagpause eingelegt wurde. Renner auf der Speisekarte waren Dicke Bohnen mit Speck und Mettwurst.

Den Rückweg mussten die Radler in Regenschutzkleidung zurücklegen. Ein starker Platzregen zwang zu einer Pause unter einer Brücke, bis der Regen etwas nachließ.

Auf dem kürzesten Weg durch Brambauer ging es nach Mengede zurück.

Franz-Josef Fedrau

 

 

 

 


Ankerplatz angesteuert


Hitzeradtour zur Schleuse Datteln

Die Juni-Monatsradtour führte nach Datteln. Ziel war das Landgasthaus „Zum Ankerplatz“, die grüne Oase an der Dattelner Schleuse.

Der Wettergott meinte es fast schon zu gut mit unserer Radlertruppe, trotzdem hatten 22 Teilnehmer ihre Drahtesel gesattelt.

Obwohl die Tour durch schattige Wälder führte, wurde wegen der drückenden Wärme alle 30 Minuten ein Trinkstop eingelegt. Hinzu kamen noch zwei nicht eingeplante Pausen, weil ein Kettenproblem und ein Plattfuß repariert werden mussten. Über Waltrop, Holthausen und Pelkum wurde das angepeilte Ziel erreicht, wo im Schatten der Dattelner Schleuse unter einer Pergola bereits der Tisch eingedeckt war.

Wegen einer angesagten Unwetterwarnung entfiel die Schleife über Oberwiese und Henrichenburg. Auf direktem Wege (natürlich wieder mit einer Trinkpause) ging es zurück nach Mengede.

Franz-Josef Fedrau

 

 


 
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