Wanderparadies Ahr- Ahrsteig, Rotweinwanderweg und Verbindungswege…
Geschrieben von: Franz- Josef Fedrau   

…unter diesem Motto stand der April Stammtisch des Heimatvereins.

Wieder einmal nahm Diethelm Textoris die Besucher im Heimathaus mit auf eine seiner Wanderungen, und wie immer war das Heimathaus seht gut besucht.


In seinem Vortrag erwanderte er die rund 60 km zwischen Blankenheim in der Eifel und Altenahr , etwa 18 km Kilometer auf dem Verbindungsweg von Altenahr bis Walporzheim  und 30 Kilometer von Walporzheim  zur Ahrmündung bei Sinzig am Rhein. Zurück ging es 40 Kilometer auf dem Rotweinwanderweg von Bad Bodendorf nach Altenahr. Auf Grund der vielen Höhenmeter sollte man maximal von einer Geschwindigkeit von 3 – 3,5 Km pro Stunde  ausgehen.

Startpunkt des „Premium Wanderweges Ahrsteig“ ist natürlich die Quelle im Karstgestein der Blankenheimer Kalkmulde. Wir folgen der „wilden Tochter des Rheines“ zunächst auf der „Blauen Route“ und erreichen nach rund 10 Km den Hühnerberg mit seinem eindrucksvollen Ausblick. Dieses Panorama genießen wir auch auf dem Höhenweg, der uns weiter nach Aremberg führt. Vor mehr als  2000 Jahren waren in diesem Gebiet schon die Römer unterwegs.

Weiter geht es am zweiten Tag auf einem recht anspruchsvollen Wegabschnitt oft oberhalb des Ahrtals. Immer wieder dienen Drahtseile und in den Fels geschlagene Stufen als Hilfestellung bei Auf- und Abstiegen. Schwindelfreiheit ist obligatorisch. An einer alten Eisenbahnlinie entlang und vorbei an steilen Felsformationen, die an die Alpen erinnern, erreichen wir Schuld mit den Hotels „Zur Linde“ und „Schäfer“. Natürlich gibt es hier Kaffee und Kuchen, im Hotel Schäfer jeden Freitagabend ein großes Reibeplätzchen-Büffet mit erlesenen Beilagen.  Wem diese Etappe noch zu kurz ist, der kann bis  Insul weitergehen zum sehr komfortablen Hotel  „Ewerts“.

Am dritten Tag führt uns der hochgelegene, stellenweise recht ebene Weg, über Liers nach Lind mit einer Kapelle  mit einer Krippendarstellung  von Holzschnitzer Max Rössler aus Hofgastein und der urigen Kneipe „Tannenhof“, die zum Verweilen einlädt. Jetzt ist es bis Kreuzberg nicht mehr weit. Wer sich einen weiteren Anstieg gönnen will, wird mit einem wunderbaren Blick auf das im Tal liegende Altenahr mit der oberhalb liegenden Burg Are belohnt. Kurz darauf können wir das Teufelsloch bewundern. Die Sage erzählt, dass der Teufel vor Wut durch den Felsen gesprungen sein soll, nachdem der Verführungsversuch in Gestalt einer schönen Frau an einem Eremiten fehlgeschlagen war.

Auf steilen, zum Glück aber abgesicherten Wegen steigen wir bergab nach Altenahr. Auf einem weit in die Eifel führende Weg kommen wir, ohne vorher einen Ort zu berühren, nach Walporzheim. Kurz vorher heißt es nochmals Vorsicht, denn beim Abstieg drohen Steinschlaggefahr und Rutschgefahr bei Nässe. Ab hier folgen wir der „Roten Route“. Nach nur einem kurzen Abschnitt im Tal, geht es wieder aufwärts zur „Maiwaldklamm“. Vorbei am Kloster Calvarienberg und der Lourdeskapelle haben wir schon bald den Aussichtsturm „Langer Köbes“ mit Blicken auf Bad Neuenahr erreicht. Wir durchqueren die Stadtteile Heimersheim und Ehlingen. Ein Foto auf der Riesenbank, errichtet aus 3,6 Kubikmeter Lerchenholz, ist natürlich Pflicht. Hier, im breiten Auental zwischen Sinzig und Remagen, fließt die Ahr in den Vater Rhein. Nicht nur Sinzig mit seinem Schloss (einer neugotischen Villa, die in den 1850er Jahren errichtet wurde) und der herrlichen Kirche „St. Peter“, sondern auch die „Bunte Stadt“ Linz auf der gegenüberliegenden Rheinseite sind einen Besuch wert. Wer Linz besuchen möchte, kann die bekannte Rheinfähre ab Remagen-Kripp benutzen.

Im „Banne der Roten Traube“ wandern wir auf dem Rotweinwanderweg auf der linken Ahrseite von Remagen zurück nach Altenahr. In Bad Bodendorf mit dem ehemaligen Wasserschloss erinnert der Baustil der Fachwerkbauten stark an das Elsaß. Vorbei an der Burg Landskron wandern wir wieder in die Weinberge. Ahrweiler mit seiner Stadtmauer und dem mittelalterlichen Flair und Neuenahr mit seiner Spielbank liegen nicht direkt am Rotweinwanderweg, sind aber über Zugangswege zu erreichen. Mal über breite Wirtschaftswege, mal durch enge Felsengänge sind Anstiege bis zu 25% möglich. Nach einer Rast auf der Terrasse des Försterhofes führt uns der Weg vorbei am Kloster Marienthal. Hier, in den dunklen Wäldern, befindet sich der legendäre Schutzbunker der Bundesregierung aus den Zeiten des kalten Krieges (Besuch mit Führung möglich).

Natürlich darf ein Schoppen im berühmten Keller der ältesten Winzergenossenschaft der Welt, in Mayschoss mit den uralten Weinfässern, nicht fehlen. Wie sich herausstellte, war diese „Örtlichkeit“ einigen Besuchern gut bekannt, aber nicht unbedingt in guter, bei manchen auch nur mit wenig Erinnerung.  Nach den letzten Kilometern erreichen wir unser Ziel Altenahr, Nach dieser Wanderung, auf die uns Diethelm Textoris einmal mehr mitgenommen hat, versteht man das Zitat:  „Wunderbar ist`s an der Ahr“ noch besser. Das war ein wunderschöner Abend.

Hans Ulrich Peuser bedankte sich bei unserem Wanderführer diesmal nicht mit dem  Remigiustropfen des Heimatvereins, sondern es gab etwas ganz Besonderes. In Erinnerung an die schönen Liederabende, die wir schon mit Diethelm erleben durften,  bekam er das Liederbuch „140 deutsche Schlager aus den 50er und 60er Jahren“ überreicht. Gedacht war es auch als Ermunterung, uns bald wieder einen Vortrag über „Die leichte Muse im Wandel der Zeiten“ zu präsentieren. Der Abend klang dann bei diversen „Kaltschalen“ (darunter auch der berühmte Ahrburgunder) in gemütlicher Runde ruhig aus. Angereichert war das „Finale“ mit zusätzlichen Wandertipps und Anekdoten von Heimatfreunden mit ihren eigenen Erlebnissen an der Ahr.






 
 
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