Vorstand des Heimatvereins besucht Berlin
Geschrieben von: Franz-Josef Fedrau   

Fahrt nach Berlin

Zu einer Tagung für politisch Interessierte hatte das Mitglied des Deutschen Bundestages Thorsten Hoffmann (CDU) nach Berlin eingeladen.


Dieser Einladung folgte der Vorstand des Heimatvereins gerne, und so ging es am Sonntag, den 12.3. mit der Deutschen Bundesbahn nach Berlin. Leider traten am Vorabend zwei Mitfahrer krankheitsbedingt von der Reise zurück. So kurzfristig konnte kein Ersatz mehr gefunden werden. Wegen eines Bombenfundes wurde Berlin mit 30 Minuten Verspätung erreicht.

Auf dem Bahnsteig erwartete uns schon Annekatrin Schäfer vom Besucherdienst des Presse- und Informationsamtes, die für die kommenden drei Tage unsere Betreuerin / „Reiseleiterin“ sein sollte. Sie begleitete uns durch den riesigen Berliner Hauptbahnhof zu dem Bus, mit dem uns der Fahrer „Dannys“ seine Stadt zeigen wollte.

Zunächst brachte er uns zu einem Mittagessen in das Restaurant Auster (im Volksmund die „schwangere Auster“). Gut gestärkt fuhren wir danach zum Brandenburger Tor, das natürlich mittig durchschritten wurde. Auf der anderen Seite, dem Pariser Platz, konnten wir u.a. das Hotel Adlon und die neue amerikanische Botschaft bewundern.

Weiter gingen wir zu Fuß zum Reichstagsgebäude. Nach einem ausgiebigen Sicherheits- Check wurde uns auf den Zuschauertribünen im Plenarsaal ein informativer Vortrag über die Arbeit des Parlaments und des Deutschen Bundestages geboten, wobei der Referent auch die vielen Fragen ausgiebig beantwortete. Danach hatten wir in einem der vielen Sitzungsräume eine Diskussion und Fragestunde mit Thorsten Hoffmann, unserem Gastgeber. Er berichtete über seine Arbeitsschwerpunkte, die in der Sicherheitspolitik liegen.

Nach einem Fototermin auf der Besucherebene konnten wir in die imposante Kuppel des Reichstagsgebäudes emporsteigen und den Ausblick über Berlin genießen.

Zum Abschluss des Abends brachte uns Dannys in unser Hotel nach Neukölln. Nach der Zimmerbelegung und einem leckeren Abendessen ließen wir an der Bar den Tag ausklingen.

Am Montagmorgen war unser erstes Ziel die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße in Wedding. Hier, auf dem einstigen Todesstreifen,  steht eine Erinnerungswand für die Todesopfer an der innerdeutschen Grenze in Berlin. Auch heute noch wirken die „Restmauer“ und die Eisenstangen, die den einstigen Verlauf der Mauer kennzeichnen, sehr bedrückend.

Am „Gendarmenmarkt“ bewunderten wir den Deutschen Dom, den Französischen Dom und das Berliner Konzerthaus, alles imposante Bauwerke. Im Restaurant „Porta Nova“ im Schatten der Charite` und des Verkehrsministeriums stärkten wir uns für die dreistündige Stadtrundfahrt am Nachmittag.

Diese „Reise“ durch unsere Bundeshauptstadt orientierte sich an politischen Punkten. Dazu gehörten natürlich das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, das jüdische Museum, die Siegessäule,  das Abgeordnetenhaus (von 1899 – 1934 der Preußische Landtag), der Martin Gropius Bau und natürlich auch das Schloss Charlottenburg. Die Ausstellung „Topographie des Terrors“ erinnert an die Verbrechen der SS und der Gestapo. Bei unserem Halt an der Friedrich- Wilhelm- Gedächtniskirche konnten wir die Gedenkhalle mit Ausstellung und das berühmte  „Blaue Licht“  bewundern.

Hinter der Kirche erinnert eine Gedenkstätte an den schrecklichen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheider Platz.

Das Highlight des Tages war dann die Führung im Bundeskanzleramt mit der aus dem Fernsehen bekannten Skulptur. Hier war der Sicherheits- Check noch intensiver. Es zog verschiedenen Teilnehmern im wahrsten Sinne des Wortes die Schuhe aus. Nach einem kurzen Einführungsfilm konnten wir die „Kanzlergalerie“ bewundern. Die sechs Vorgänger von Frau Merkel wurden von namhaften Künstlern porträtiert.

Interessante Eindrücke vermittelten auch der Sitzungssaal des Bundeskabinetts, der Pressebereich und der Kanzleramtsgarten. In Vitrinen sind diverse Geschenke von ausländischen Staatsbesuchen zu besichtigen. Darunter befinden sich Aufzeichnungen von der legendären Ansprache John F. Kennedys (Ich bin ein Berliner) und Ronald Reagans Rede am Brandenburger Tor (Mr. Gorbatschow, Open This Gate / Mr. Gorbatschow, Tear Down This Wall)

Das Abendessen nahmen wir im Sony Center am Potsdamer Platz ein. Zurück in unserem Hotel wurde dieser anstrengende aber schöne Tag ausgiebig resümiert.

Am Dienstagmorgen nach dem Frühstück und dem Check- Out im Hotel gab es noch einmal eine kleine Rundfahrt für unsere Truppe. So lernten wir das Tempelhofer Feld, den ehemaligen Flughafen Tempelhof kennen, der während der Blockade das Überleben Berlins durch die Luftbrücke gewährleistete. Um 10:00 Uhr fanden wir uns zu einem Informationsgespräch im Bundesministerium für Bildung und Forschung ein, wo uns die Aufgabengebiete dieser Behörde dargelegt wurden. Auch die vielen Fragen aus dem Plenum, speziell zur Schulpolitik, konnten beantwortet werden. Besonders die Kunstwerke in diesem Ministerium (Regenbogentreppe; die Tafel „Fröhliche Wissenschaft“) wurden ausgiebig bewundert. Die Ausstellung „Vermüllte Ozeane“ mit ihren bedrückenden Zahlen sorgte erneut für Nachdenklichkeit.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Restaurant Maredo kam schon der letzte Programmpunkt, die Führung durch die Dauerausstellung „Tränenpalast – Alltag der Deutschen Teilung“ in der Ausreisehalle des Bahnhofs Friedrichstrasse am Reichstagufer. Bei der Führung durch diese Ausstellung des Deutschen Hauses der Geschichte wurde uns noch einmal eindrücklich das Leben zur Zeit der Teilung vor Augen geführt.

Nach einem letzten Blick auf die Spree brachte uns der Bus zum Berliner Hauptbahnhof. Um 15:49 Uhr ging es zurück nach Dortmund, wo wir nach knapp 3 ½ Stunden pünktlich ankamen.

Die drei Tage in Berlin, bei schönem Sonnenwetter, waren ohne Frage interessant und sehr informativ, aber bei mehr als zwölf „Aktivstunden“ pro Tag auch ziemlich anstrengend.




 
 
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