Heimatblätter
Beiträge und Geschichten aus dem Stadtbezirk Mengede
Herausgegeben vom Heimatverein Mengede e. V.

Nr. 40 August 2014 13. Jahrgang
EP 0,50 Euro

 

 

Liebe Freunde des Heimatvereins,

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mit dieser Ausgabe wollen wir auch von den Aktivitäten berichten, die früher nur auf unserer Homepage nachzulesen waren. Damit kommen wir den Mitgliedern entgegen, die kein Internet haben. Gleichzeitig wollen wir auch versuchen, statt vier nun bis zu sechsmal zu Ihnen ins Haus zu kommen.
Mit der Wiedergabe einer kleinen Kinowerbung aus alten Mengeder Kinotagen wünschen wir denen, die ihre Sommerreise noch vor sich haben, „Gute Fahrt“ und allen anderen noch herrliche Restsommertage daheim.


Ihre Heimatblätter-Redaktion

 

 

 


Über Mengedes Geschichte (3)


 Früher war unser Ort ein Königsgut

"Mengede hat eine lange Geschichte, die bis in die Zeit vor 1000 Jahren zurückgeht.“ Das schrieb in den 20er Jahren der evangelische Pfarrer Albrecht Stenger I. (1885 - 1928) in einer Fortsetzungsreihe, die unter dem Titel „Heimatbilder“ im „Mengeder Lokal-Anzeiger“ erschienen ist. Ein Rückblick, der nicht nur für Neu-Mengeder interessant ist. Deshalb berichten wir in einer von Karlheinz Bohnmann - unter Berücksichtigung aktueller Aspekte - bearbeiteten Serie in Auszügen über die Nachforschungen Stengers, die übrigens später von seinem Sohn Pfarrer Dr. Albrecht (1896 - 1988) fortgesetzt wurden.

Der Ort Mengede - der Name soll „Große Heide“ bedeuten - wurde, so Stenger in den Heimatbildern, „schon in alter Zeit als ein Flecken mit Wällen und Wasser umgeben“ geschildert. Und „ringsum zog sich die Emscher mit ihrer Umflut“. Den Zugang verwehrten vier Tore: Das Burgtor, die Raulfs, die Tröskens- und die Höningsporte.

Eine größere Bedeutung hätte Mengede gehabt, als es der Sitz von zwei Gerichten war: „Ein Hofes-Gericht, vor das der Reichshof (die Königliche Domäne) nebst den Hofesleuten gehörte, und ein Femegericht, welches von alters her als ein Reichslehn unmittelbar dem König unterstand. Noch im 18. Jahrhundert war hier ein Rathaus“.

Stenger zählte auch eine Reihe von anderen Ereignissen auf, von denen die damalige Mengeder Bevölkerung betroffen wurde: „Der Ort hat oft unter dem Wasser der Emscher zu leiden gehabt.“ 1682 war „eine solche Flut in den Straßen, das am Sonntag Septuagesima (Anm.: neunter Sonntag vor Ostern) kein Mensch zur Kirche kommen konnte. Dasselbe war 1891 der Fall.“

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 Haus Galen, Rathaus und Richterhaus in alter Zeit,

Sitz der Amtsverwaltung des Amtes Castrop ab 1815,

Abbruch um 1900; Standort: ehem. Shell-Tankstelle

Mengeder-/Galenstraße

Am 27. April 1548 „verzehrte eine große Feuersbrunst 15 Häuser des Ortes“, und 1595 (Anm.: während des 30-jährigen Krieges) „hausten hier Holländer und Spanier abwechselnd.1622 waren die Spanier wieder hier und hausten derartig, dass eine Chronik berichtete: Ochsen und Kühe, Kälber und Schafe, Gänse und Hühner, Pferde und Füllen, alles was sie bekommen konnten, haben sie geraubt, so dass kaum mehr ein Ei im Neste blieb.“ 

Auch während des siebenjährigen Krieges hatte „diese Gegend von Freund und Feind gleichermaßen zu leiden, in dem die schwarzen Husaren 1762 durch Huckarde nach Mengede zogen, sich Kisten und Kasten öffnen ließen, wobei auch Menschenleben nicht geschont wurden, sodass im Totenregister bei dem Tod der Hütterschen aus Nette die Klage steht: Der Herr, der ein Liebhaber des Lebens ist, steure doch den schrecklichen Kriegen und Morden und lasse das unschuldige Blut nicht weiter ungerochen.“ 

Weiter heißt es in Stengers-Historien-Rückblick: „Auch von einem Erdbeben wird uns berichtet, das am18. Mai 1733 geschah, so dass der Kirchturm bewegt wurde und die Uhrglocke 5 oder 6-mal an den Hammer stieß.“ In der Nacht vom 21. bis 22. August 1735 soll sich das wiederholt haben, „wo die Haustüren aufsprangen.“ 

1837 erlebte Mengede eine Grippe-Epidemie, von der fast niemand verschont blieb. „Ebenso herrschte diese Krankheit 1841 allgemein“. 

Auch ein anderes Naturproblem verschonte Mengede nicht: „Im Frühjahr 1828 trat die heute so gefürchtete Wanderraupe (Prozessionsraupe) so zahlreich ein, dass fast alle Eichenbäume entlaubt wurden." 

Mehr über die Mengeder Frühgeschichte können Sie in der nächsten Folge lesen.

 

 


Paul Gausepohl nun Ehrenvorsitzender


 

Hans-Ulrich Peuser neuer Vorsitzender

Eigentlich wollte sich Paul Gausepohl auf unserer Jahreshauptversammlung vor „versammelter Mannschaft“ von seinem Amt als Vorsitzender verabschieden, was er bereits im Vorjahr angekündigt hatte, doch daraus wurde nichts. Denn während wir die Weichen unseres Heimatvereins neu stellten, saß er an seinem zweiten Wohnsitz in Warendorf am Krankenbett seiner Frau.

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An seiner Stelle leitete Geschäftsführer Hans-Ulrich Peuser die ordentliche Mitgliederversammlung, die auch in diesem Jahr wieder im Gemeindehaus der katholischen Remigius-Gemeinde stattfand. Für ihn war das so etwas wie eine Generalprobe für seine jetzigen Aufgaben, denn Peuser, der schon als Geschäftsführer reichlich Kenntnisse über unseren Verein gesammelt hatte, wurde im weiteren Verlauf der Versammlung - ganz nach Wunsch von Paul Gausepohl - zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Gausepohl, der uns künftig als „Elder Statesman“ weiterhin mit seinen vielen guten Kontakten und seinem großen Erfahrungsschatz aktiv zur Seite stehen wird, wurde unter großem Beifall zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Damit wurde seine engagierte und erfolgreiche zehnjährige Tätigkeit an der Spitze unseres Vereins honoriert. Als deren Highlight dürfte der Umzug in unser schmuckes Heimathaus angesehen werden.

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Werner Helmich, Hans-Ulrich Peuser und Peter Jürgens

Zu Beginn der wichtigsten Zusammenkunft des Jahres hatte Peuser - noch in seiner Funktion als Geschäftsführer - und auch im Namen von Paul Gausepohl stolz eine positive Jahresbilanz gezogen. Einige besondere Höhepunkte, von denen einige auch in diesem Jahr bereits ihr da capo hatten, waren das Musikfestival auf Adolf von Hansemann, die Einweihung des Christel-Goltz-Platzes vor unserer Heimathaus-Tür, die gut besuchten Ausstellungen und Vorträge sowie das erstmals zusammen mit unseren heimischen Landwirten durchgeführte Erntedankfest und der schon traditionelle Adventsmarkt an der evangelischen Kirche.

Peuser-Nachfolger als Geschäftsführer wurde Peter Jürgens, der bereits dem erweiterten Vorstand angehörte, und der jetzt in die Fußstapfen seines Vaters Wilfried getreten ist, der dieses Amt im Gründungsjahr des Heimatvereins vor zwölf Jahren innehatte.

Außerdem wurde in der von Alt-Bürgermeister Adolf Miksch, der auch zu unseren Mitgliedern zählt, geleiteten Wahl Werner Helmich Nachfolger der bisherigen Kassenwartin Sabine Surmann, die seit der Gründung des Heimatvereins - ohne Fehl und Tadel - für unsere Finanzen zuständig war, und ebenfalls auf eigenen Wunsch um Demission gebeten hatte. Der Abschied fiel ihr aber dennoch so schwer, dass Gerd Obermeit für sie ihren letzten Kassenbericht verlas.

Obermeit und Jürgen Karlshaus wurden auf ihren Posten als stellvertretende Vorsitzende ebenso bestätigt wie Jürgen Küster als Schriftführer. Dem erweiterten Vorstand gehören neben dem Ehrenvorsitzenden Paul Gausepohl noch Detlef Block, Heinrich Broeldiek, Otto Buschmann, Franz-Josef Fedrau, Friedhelm Stolle und Ingrid Westphal an.

Karlheinz Bohnmann

 

 


Monatsradtour Juli


Ziel waren dieses Mal Recklinghausen-Suderwich und der Gysenbergpark in Herne

 

Auch im Juli fand wieder die beliebte Monatsradtour des Heimatvereins statt. Start war wie immer am Heimathaus. Neun Teilnehmer legten um 11.00 Uhr los. Franz-Josef Fedrau hatte dieses Mal einen Rundkurs mit den Zielen Herne (Gysenbergpark) und Recklinghausen-Suderwich (Kornbrennerei Schlüter) im Angebot.

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Start und Ziel – wie immer am „Heimathaus“ 

 

„Über den Emscherweg, am Regenrückhaltebecken Mengede / Ickern und dem Naturschutzgebiet Beerenbruch vorbei fuhren wir durch das Nierholz und das Grutholz zum Evangelischen Krankenhaus. Am Hallenbad ging es dann in das Castroper Holz, vorbei am Gestüt Bladenhorst nach Herne. Entlang der Trasse der Emschertalbahn und durch Herne-Börnig erreichten wir nach rund 17 km um 12:30 Uhr unser Ziel, das Restaurant Forsthaus im Gysenbergpark. Hier stärkten wir uns an der für uns bereits festlich eingedeckten Tafel. Unser nächstes Ziel war die Suderwicher Kornbrennerei Schlüter.

Zurück fuhren wir wieder durch Herne-Börnig zum Hafen Friedrich der Große. Hier, an der Schleuse Herne-Ost überquerten wir den Rhein-Herne-Kanal und fuhren über die König-Ludwig-Trasse und den Emscherweg durch die Branntheide nach Suderwich zur Kornbrennerei Schlüter, die nur für uns geöffnet hatte.image012

Nach ein paar Probiergläschen mit leckeren Likörchen (Erdbeere, Rhabarber) und dem Erwerb dieser vorzüglichen Tropfen besuchten wir auch noch das über Suderwich hinaus bekannte Radfahrerkaffee am alten Kirchplatz.

Nach Kaffee und Kuchen führte uns dann der Rückweg über Horneburg, Henrichenburg, durch die Ickener Heide zurück zum Heimathaus. Nach einer Fahrleistung von fast 52 km waren wir gegen 17.30 Uhr wieder in Mengede, wo dieser schöne Tag mit einer leckeren Kaltschale ausklang.

Franz-Josef Fedrau

  

 

 

 


Sommerfest


Bei 30 Grad eine gelungene Sache

Bei äußerst prächtigem Sommerwetter und strahlend blauem Himmel fand am 18. Juli das diesjährige Sommerfest unseres Heimatvereins im und am Heimathaus statt. Schon am Morgen begannen fleißige Helfer damit, die Zelte für den Vorplatz sowie Tische und Bänke aufzustellen und das anstehende Fest sorgsam vorzubereiten. Der Grill wurde in Stellung gebracht, viele kleine Details wie Tischdekoration oder aber auch die Vorbereitung der Kühlaggregate wurden bereits rechtzeitig organisiert.

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Mitglieder und Gäste des Vereins konnten kommen! Eingeladen war für 18 Uhr, doch einige wenige Besucher waren wohl schon durstig und kamen bereits etwas früher. Langsam füllten sich Heimathaus und Zelte, Grillduft lag schon in der Luft, und insbesondere die fleißigen Helfer/Innen am Tresen arbeiteten nun mit all ihrer Kraft, um die durstigen Kehlen bei mehr als 30 Grad Celsius zu bedienen.

Gegen 19 Uhr eröffnete der 1. Vorsitzende, Hans-Ulrich Peuser, den Abend, überbrachte Grüße von Paul Gausepohl und erinnerte u.a. daran, dass die „Sommersonnenwende“ bereits im Mittelalter Anlass für ein zünftiges Fest gewesen sei. Er wünschte er allen Besuchern einen unterhaltsamen Abend mit guten Gesprächen und einem lebhaften Gedankenaustausch. Mit dem Hinweis auf die in Kürze anstehenden Veranstaltungen - Stammtisch sowie Michaelisfest - wies er aber auch noch auf das von Franz-Josef Fedrau organisierte Schätzspiel hin, bei dem es darum ging, die Länge eines in einer großen Flasche versenkten Bindfadens zu erraten. Dieses Spiel brachte sehr interessante Rateergebnisse, dazu später mehr.image016

 
 Die Geselligkeit nahm dann ihren Lauf. Bei Bratwurst und Bier haben sich alle Anwesenden nett und angeregt unterhalten. Nebenbei wurde geraten, was das Zeug hielt, so dass am Ende der Raterunde die lang ersehnte Auszählung unter professioneller Aufsicht des ehemaligen Mengeder Notars Dr. Hans-Adolf Plutta und das Ausmessen der Fadenlänge starten konnte. Ergebnis: 40,7 m lang war die Schnur. Klaus Marske traf mit seinen geschätzten 40 m das Ergebnis am Nächsten, so dass ihm als strahlendem Gewinner der Hauptpreis 2 Flaschen  - Heimatverein-Medizin -, übergeben werden konnte. Besonders schön war es, dass er sogleich ein Tablett voll mit dieser Medizin an die anderen Besucher ausschenkte!

Gegen Mitternacht, bzw. kurz danach fand das Fest dann so langsam sein Ende.

Am Morgen darauf war wieder eine Vielzahl von freiwilligen Helfern am Start, um das Ganze (Zelte, Tische und Bänke, Heimathaus usw.) wieder in Ordnung zu bringen. So, als sei nichts gewesen!

An dieser Stelle möchte ich noch einmal meinen Dank an alle Helfer/innen ausdrücken, ohne sie hätten wir einen so gelungenen und tollen Sommerabend nicht verbringen können! Aber auch Dank an alle Mitglieder unseres Heimatvereins, die mit ihrem Kommen dafür gesorgt haben, dass das Sommerfest 2014 so eine runde Sache hat werden können! Glück Auf!

Hans-Ulrich Peuser

 

 


Laurentius-Wallfahrt


Mit dem Fahrrad nach Leveringhausen

Am 10. August, dem Laurentiustag, machte der Heimatverein mit 17 Teilnehmern eine Fahrrad Wallfahrt nach Leveringhausen zur St. Laurentius-Kapelle. Zum ersten Mal gemeinsam mit der Siedlergemeinschaft Droste-zu-Vischering, die sieben  der 17 Teilnehmer stellte.

Start war um 9.15 Uhr am Heimathaus am Widum. Es ging über den Emscherweg, die Siegenstraße, vorbei am Kommunalfriedhof, dem Birkenwäldchen, dem neuen Regenrückhalte-Becken, durch den Ickerner Busch zur Kapelle nach Leveringhausen (der alte Pilgerweg).

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St. Laurentius in Leveringhausen

Um 10 Uhr wurde in und vor der Kapelle bei schönstem Sonnenschein ein Gottesdienst gefeiert. Danach fand auf dem Nachbarhof ein gemütliches Beisammensein statt. Es gab Kaffee und selbst gemachten leckeren Kuchen, aber auch Deftiges wie Gulaschsuppe, Grillwürstchen und Reibeplätzchen. Kalte Getränke waren natürlich auch im Angebot.

Dieses gemeinsame Erlebnis wurde von allen Teilnehmern positiv beurteilt, und auch der Wettergott spielte mit.

Auf dem Rückweg fuhr die Truppe dann Richtung Schiffshebewerk. Als sich der Himmel verdunkelte und die ersten Tropfen fielen, wurde die Strecke verkürzt. Vorbei an der Lohburg ging es durch den Busch und entlang der Emscher zurück nach Mengede.

Franz-Josef Fedrau

 

 

 


Impressum: Herausgeber: Heimatverein Mengede e.V. - Redaktion: Franz-H. Veuhoff, Am Hohen Teich 14, 44359 DO (0231 - 33 76 90)

 
 
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