Heimatblätter
Beiträge und Geschichten aus dem Stadtbezirk Mengede
Herausgegeben vom Heimatverein Mengede e. V.

Nr. 37 Weihnachten 2013 12. Jahrgang
EP 0,50 Euro

 

Wir wünschen allen Mitgliedern und Gönnern des Vereins sowie allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern im Stadtbezirk Mengede eine besinnliche und ruhige restliche Adventszeit, ein friedliches und frohes Weihnachtsfest und ein frohes und glückliches Neues Jahr

 

Mengede im Dezember 2013

 

Der Vorstand

 

Gausepohl – Karlshaus – Obermeit - Peuser

 

 


Adventsmarkt an St. Remigius


Traumhafte Kulisse im alten Ortskern

Der im Jahr 1984 vom der Gildenfest AG eingerichtete und in diesem Jahr zum 28. Mal durchgeführte Adventsmarkt fand zum dritten Mal an der ev. Remigiuskirche statt. Die Noah-Gemeinde hatte dem Heimatverein den Kirchhof für die Verkaufszelte, das Gemeindehaus für das Marktcafé und die Kirche für die Durchführung des Programms zur Verfügung gestellt. Im nahen Heimathaus konnte zudem eine Ausstellung „Impressionen aus dem alten Mengede“ ausgerichtet werden.

Insgesamt an 15 Ständen konnten die zahlreichen Besucher des Adventsmarktes die verschiedensten Geschenke und Artikel erwerben. Für das leibliche Wohl waren drei Stände eingerichtet: Reibekuchen, Gegrilltes und Glühwein. Im evangelischen Gemeindehaus gab es Kaffee und Kuchen.

Die Veranstalter hatten ein reichhaltiges und stimmungsvolles Programm organisiert. Der Schulchor der Regenbogen-Grundschule unter der Leitung von Renate Schröter-Wille und der Kindergartenchor unter der Leitung von Petra Kern, eröffneten den Adventsmarkt in der vollbesetzten Kirche mit Advents- und Weihnachtsliedern. Das Programm wurde weitgehend von weihnachtlicher Musik bestimmt und reichte von Gesang über Blasmusik bis zum Jazz und in den Pausen erklang Orgelmusik von Hans-Ulrich Peuser.


St. Nikolaus im Kreise der Kinder

Der diesjährige Adventsmarkt hätte fast nicht durchführt werden können, weil das Orkantief „Xaver“ noch am Freitag vom Norden bis ins Ruhrgebiet getobt und auch unseren an der Kirche aufgestellten Weihnachtsbaum umgeblasen hatte. Tüchtige Helfer hatten ihn allerdings vor Marktbeginn wieder aufrichten können. Höhepunkt des Adventsmarktes war an beiden Markttagen der heilige Nikolaus, der sich nach seinem Marktrundgang in der Kirche von den Kindern Weihnachtsgeschichten und -gedichte vortragen ließ und anschließend Brezel verteilte.
Trotz des Nieselregens war der Adventsmarkt an beiden Tagen gut besucht, insbesondere am späten Nachmittag. Es besteht einhellige Auffassung, dass der Standort an der evangelischen Kirche im Zentrum des historischen Mengede ideal ist und eine vorweihnachtliche Atmosphäre ausstrahlt. Über die künftigen Öffnungszeiten wird sicherlich noch diskutiert werden. Das Programm und die Angebote haben weihgehend Zustimmung gefunden. Beim Auf- und Abbau der Zelte sowie deren Besetzung während der Marktzeit fehlen noch helfende Hände, wenn in den kommenden Jahren der Mengeder Adventsmarkt im Umfang wie bisher weitergeführt werden soll.

Paul Gausepohl

 

 

 


Katholiken waren begeistert


1953 bekam „St. Remigius“ neuen Altar

Im Zusammenhang mit dem Nikolausmarkt stand in diesen Tagen die evangelische Remigius-Kirche im Mittelpunkt. Diesmal soll über ihr jüngeres katholisches Pendant berichtet werden, das ebenfalls den Namen des Heiligen trägt, der bei der Christianisierung der Franken eine wichtige Rolle gespielt und sogar den Frankenkönig Chlodwig getauft haben soll.

Eine neue Kirche musste her, weil die katholischen Gläubigen 1672 nach der Reformation ihr bisheriges Gotteshaus auf preußisches Geheiß den evangelisch gewordenen Christen überlassen mussten.

Die erste neue Kirche wurde 1676 an der Freihofstraße, wo heute noch das ehemalige Schwesternhaus steht, errichtet. 1876 entschloss man sich dann für den Bau des heutigen Gotteshauses, dessen Turmanbau 1901 erfolgte.

Acht Jahre nach dem 2. Weltkrieg - inzwischen waren auch die Not- und Hungerjahre vorbei - stellte der damalige Dechant Franz Koch fest, dass die Kirche eine gründliche Renovierung nötig hatte. Weihnachten 1953 konnten sich die Gläubigen dann endlich von den “grundlegend und richtungsweisend“ vorgenommenen Veränderungen in ihrer Kirche überzeugen. Koch erlebte das aber nicht mehr. Doch seine Nachfolger Pfarrvikar Karl Nolte und später Pfarrer Franz Bitter hatten seine Vorstellungen erfolgreich abgeschlossen.

Begeistert berichtete die frühere Dortmunder Nord-West-Zeitung über das Ergebnis: „Es spricht wieder der Stein in seiner natürlichen Farbe, befreit ist der Bau von unnützem Zierrat. Und in diesem Raum klingt die neue Orgel in strahlender Schönheit.“


Der „Hartmann-Altar“ Weihnachten 1953

Weiter heißt es in dem 60 Jahre alten Bericht: „Den Abschluss aber fanden die Arbeiten nunmehr durch die Aufstellung des dreiteiligen Altars.“ Der war in fast zweijähriger Bauzeit in der Werkstatt des Bildhauers und Malers Bernd Hartmann-Linteln aus Wiedenbrück entstanden, der auch die gesamten Renovierungsarbeiten in der Kirche geleitet hatte.“ Bei dem Altaraufbau handelt es sich um ein Retabel von 6,03 m Breite, 2,12 m Höhe und 48 cm Tiefe.

Im geschlossenen Zustand zeigen die Außenseiten (die sogenannten Alltagsseiten) in Öl auf Leinwand dargestellt neben dem Schutzpatron St. Remigius die heilige Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, Mutter Anna, in deren Obhut die Frauenarbeit der katholischen Kirche steht, und die Gestalt des Ritters St. Georg, der als leuchtendes Vorbildfür die Jugend gilt.

Bis 1994, als eine weitere Renovierung anstand, waren die Bildhauerarbeiten im Naturzustand belassen gewesen. Für den heutigen farbigen Look sorgte die Firma Ochsenfahrt aus Paderborn.

„Aber erst, wenn der Schrein am Heiligen Abend geöffnet wird“, so die Nord-West-Zeitung 1953 weiter, „wird der Blick hinauf zu den Bildern aus der Geschichte dessen gehen, der einst in dieser Winternacht geboren wurde. Friedlich stehen Ochs und Esel neben der Krippe, in die Maria und Josef das Kindlein gebettet haben. Die Weihnachtsgeschichte, sie ist es, die auf diesem Bild zu dem Betrachter spricht.“

 

Über den Mittelteil mit dem Abendmahl schrieb der Berichterstatter: „Scharf sind die Gesichter der andächtig lauschenden Jünger profiliert. Noch hat Judas seinen Kopf seinem Herrn und Meister zugewandt, und doch ist er bereits dabei, den entscheidenden Schritt des Verrats zu tun. Alles aber überstrahlend die Figur des Heilands, der seinen Leib und sein Blut gab, auf dass alle, die an ihn glauben, selig werden“. Die rechte Tafel zeigt die Auferstehung.

Fazit der Zeitung: „Es ist eine starke gewichtige Sprache, in der das Werk zu den Menschen spricht ...“.

Karlheinz Bohnmann

 

 

 

 


10. Krippenausstellung in Mengede


Stimmungsvolle Schau im Saalbau

In der Zeit vom 23. November bis zum 4. Dezember 2013 fand die 10. Krippenausstellung im Mengeder Saalbau statt. Wie im Vorjahr waren die Veranstalter der Heimatverein Mengede und das Kulturzentrum Mengede. Der Westfälische Heimatbund und das Krippenmuseum Telgte hatten den Veranstaltern Dankesgrüße zum Erhalt des Krippenbrauchtums übermittelt und die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass die inzwischen liebgewordene Tradition der Krippenausstellung in Mengede noch viele Jahre Bestand haben wird.


Krippe mit einem Model der kath. Kirche (J. Möller)

In diesem Jahr war es zum ersten Mal gelungen, alle Krippen der sieben christlichen Kirchengemeinden im Stadtbezirk Mengede, sofern sie eine Krippe besitzen, in der Ausstellung zu präsentieren. Hinzu kam eine Oberammergauer Krippe, geschnitzt etwa in den 60er Jahre aus der Filialgemeinde Dingen, die im Archiv von Maria Heimsuchung Bodelschwingh lagert. Sie wurde in den 60er Jahren von Dinger Gemeindemitgliedern angeschafft und in der Weihnachtszeit in der Dinger Schule ausgestellt, wo der sonntägliche Gottesdienst stattfand. Mit Aufgabe des sonntäglichen Gottesdienstes wurde diese schöne Barockkrippe eingelagert. Nach der genauen Herkunft und dem Alter dieser Krippe wird weiter geforscht.

Neben den Kirchenkrippen waren auch fünf Exponate aus dem Krippenmuseum Telgte ausgestellt. Es handelte sich um moderne Krippen, die oft zu Diskussionen führten. Der Heimatverein Mengede bedankt sich beim Krippenmuseum Telgte insbesondere bei seinem Leiter Dr. Thomas Ostendorf für die angenehme Zusammenarbeit.

Großen Anklang bei den Besuchern fanden die etwa 20 Privatkrippen aus dem Raum Mengede, wobei die etwa 110 Jahre alte Großkrippe der Familie Haumann mit ihren schönen Figuren und anmutigem Landschaftsbild besonders auffällt. Doch auch die übrigen Krippen zeigten auf, wie vielfältig Krippen von Afrika bis Nordeuropa, von Asien bis Amerika gestaltet werden können.

Mehr als 700 Besucher haben die ausgestellten Krippen bewundert Besonders erfreut waren die Veranstalter über den Besuch von Konfirmandengruppen. Positiv angenommen wurde von den Besuchern ein Abendprogramm, und ebenfalls gern besucht wurde das „Krippencafé“, wo selbstgebackener Kuchen und Kaffee angeboten wurden.

Im Rahmen der Krippenausstellung wurde das von Brigitte und Rolf-Jürgen Spieker verfasste und von der Dokumentationsstelle für Dortmunder Kirchengeschichte aufgelegte Heft 18 über „Weihnachtskrippen im Stadtbezirk Mengede“ erstmals zum Preise von 4 Euro verkauft. Dieser Band (64 Seiten) ist sehr attraktiv gestaltet und mit 130 Fotos reichhaltig illustriert. Er enthält auch einen Aufsatz über die Mengeder Krippenausstellung.

Paul Gausepohl

 

 

 


Wilfried Jürgens und Helmut Palm


Neue Ehrenmitglieder des Heimatvereins


W. Jürgens und H. Palm mit ersten Gratulanten

Am 1. Dezember 2013 hat unser Heimatverein Mengede den Mitgliedern Wilfried Jürgens und Helmut Palm auf Grund ihres uneigennützigen und ehrenamtlichen, förderlichen und innovativen Einsatzes für den Heimatverein sowie für ihre vielen Verdienste um das Gemeinwohl im Stadtbezirk Mengede in Anwesenheit des Stadtheimatpflegers Dr. Ingo Fiedler die Ehrenmitgliedschaft im Heimatverein angetragen.

In seiner Laudatio hob der Vorsitzende des Heimatvereins Paul Gausepohl hervor, dass sowohl Wilfried Jürgens als auch Helmut Palm sich um die Belange des Heimatvereins und das Wohl des Mengeder Gemeinwesens in besonderer Weise verdient gemacht haben. Beide haben bei der Wiederbegründung des Heimatvereins Mengede im Februar 2002 entscheidend mitgewirkt und sofort verantwortungsvolle Ämter im Vorstand des Vereins übernommen. Beide haben mit Kreativität und Gestaltungskraft, Entschlossenheit und Weitsicht ihre Ideen in Initiativen und Aktivitäten umgesetzt. Dafür wurden sie mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft auszeichnen.

Wilfried Jürgens wurde 1930 in Mengede geboren. Von Beruf technischer Zeichner, übernahm er 1972 mit seiner Ehefrau Erika einen Partyservice. Er war Mitglied in vielen Vereinen, u. a. bei den Bürgerschützen, wo er Ehrenvorsitzender ist. Im Heimatverein Mengede war er viele Jahre Geschäftsführer, auch in diesem Jahr hat er die Krippenausstellung organisiert.

Helmut Palm wurde 1931 in Köln geboren. Nach dem Abitur 1951 studierte er in Clausthal-Zellerfeld an der Bergbauakademie Ingenieurwesen, das er 1956 mit dem Diplom-Examen abschloss. Danach war er bis zur Schließung 1967 auf der Zeche „Hansemann“ in Mengede tätig, und bis zur Pensionierung im Jahr 1982 bei der Ruhrkohle AG in Essen. Palm hat sich bereits vorher im Bürgerverein „Mengede 2000“ engagiert und bei der Gründung des Heimatvereins den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden übernommen.

Im Namen des Westfälischen Heimatbundes überbrachte Dr. Ingo Fiedler herzliche Grüße und Glückwünsche. Dieser betonte, dass beide entscheidenden Anteil daran haben, dass die alte Freiheit Mengede wieder in ihrem Eigenprofil wahrgenommen wird. Beide haben bei den wichtigen Aktivitäten des Vereins mitgewirkt und den Heimatverein „zu dem gemacht, was er heute ist.“

Paul Gausepohl

 

 

 


Lena Höller und Hans-Ulrich Peuser


Konzerte-Beginn mit Violine und Klavier

Am 18. Oktober hatte der Heimatverein Mengede e.V. zu einem Abendkonzert mit Lena Höller (Violine) und Hans-Ulrich Peuser am Klavier eingeladen. Das Programm war angekündigt mit Klassik, Musical, Filmmusik und mehr.

Etwa 45 Interessenten waren der Einladung gefolgt; womit der Raum im Heimathaus voll gefüllt war. In seiner Begrüßung hob der Vereinsvorsitzende Paul Gausepohl hervor, dass der Heimatverein sich zur Förderung kultureller Belange verpflichtet hat und somit musikalische oder literarische Darbietungen zum Programm des Vereins gehören. Er führte weiter aus, dass sich die Räumlichkeiten des Heimathauses geradezu für kulturelle Veranstaltungen dieser Art anböten.

Die musikalische Premiere begann klassisch mit einem Präludium von Paganini/Kreisler und mit einem Violinkonzert von Haydn. Nach kurzer Pause wurden Melodien aus Musical und Film angeboten: „Raindrops“ von Kai Fechel, „Rain“ von Brian Crain, „Somewhere“ aus der Westside-Story von Leonhard Bernstein sowie „Over the rainbow“ von Harold Arle. Beide Künstler haben die Stücke virtuos und perfekt vorgetragen, so dass ein langer Applaus gesichert war. Als Zugabe konnten die Besucher dann noch das bekannte Stück „El Choclo“ von Angel Villoldo hören. Zum Schluss des offiziellen Teils wurde mit den Solisten das „Steigerlied“ angestimmt, bei dem alle Zuhörer mit Begeisterung mitgesungen haben.

Paul Gausepohl

 

 

Das sympathische Duo des Konzertabends

 

 

 

 

Dauertermine monatlich:

 

1. Mittwoch

19.00 Uhr: Stammtisch „Heimathaus“

2. Dienstag

19.00 Uhr: Stammtisch in Bodelschwingh

3. Mittwoch

17:00-20:00 Uhr: Treffpunkt „Heimathaus“

3. Samstag

BUV-Kleinzeche, von 10.00 bis 16.00 Uhr

 

 

 

       

 

Impressum: Herausgeber: Heimatverein Mengede e.V. - Redaktion: Franz-H. Veuhoff, Am Hohen Teich 14, 44359 DO (0231 - 33 76 90)

 
 
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