Heimatblätter35- Juni 2013

Heimatblätter
Beiträge und Geschichten aus dem Stadtbezirk Mengede
Herausgegeben vom Heimatverein Mengede e. V.

Nr. 35 Juni 2013 12. Jahrgang
EP 0,50 Euro



Liebe Freunde des Heimatvereins,

es ist vollbracht! Die Heimatstube im Heimathaus hatte zum ersten Mal ihre Pforte geöffnet und bisher nur staunende Besucher gesehen. Fleißige Hände haben dort ein Schmuckstück geschaffen, schauen Sie einfach mal rein und urteilen Sie selbst. Ein herzliches „Danke schön“ gilt allen unseren Handwerkern.

Ihre Heimatblätter-Redaktion



Mitgliederversammlung 2013

Wechsel im Vorstand

Der Vorstand hatte zur 11. Jahreshauptversammlung zum 26. April 2013 in das Gemeindehaus der katholischen Remigius-Gemeinde Mengede eingeladen. Die Leitung hatte satzungsgemäß Vereinsvorsitzender Paul Gausepohl. Nach den üblichen Regularien erstatteten Geschäftsführer Gerd Obermeit den Veranstaltungsbericht, das für den Umbau des Heimathauses zuständige Vorstandsmitglied Hans-Ulrich Peuser den Bautenstandbericht, Schatzmeisterin Sabine Surmann den Kassenbericht 2012 und Vorsitzender Paul Gausepohl die Vorschaurechnung 2013 und den allgemeinen Vorstandsbericht. Gerd Obermeit ging in seinem Bericht besonders auf die erschwerten Bedingungen durch öffentliche Auflagen bei der Durchführung von Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen ein. Hans-Ulrich Peuser betonte den hohen ehrenamtlichen Einsatz der Mitglieder bei der Renovierung des neuen Heimathauses (ehemals Gaststätte Ellinghaus), Williburgstr. 27, dass im Mai 2013 in Betrieb genommen werden kann. Sabine Surmann erläuterte den Jahresabschuss 2012, der durch die Baumaßnahme besonders beeinflusst wurde. Gausepohl gab Auskunft zum Haushaltsvoranschlag 2013, zur Mitgliederentwicklung und zur Vereinsarbeit. Besonders bedankte er sich für die finanzielle Unterstützung des Bauvorhabens „Heimathaus“ bei der Volksbank Dortmund-Nordwest eG und der NRW-Stiftung sowie den vielen freiwilligen Kleinspenden aus dem Kreis der Vereinsmitglieder.

Nach dem Bericht des Kassenprüfers Friedhelm Kopperschläger über eine ordnungsgemäße Vereinsbuchführung beantragte dieser die Entlastung des Vorstandes, die einstimmig erteilt wurde. Eine Satzungsänderung zur Neuordnung des geschäftsführenden Vorstandes wurde ebenfalls einstimmig genehmigt.

Die anschließenden Vorstandwahlen brachten folgende Ergebnisse:
Für die ausscheidende stellvertretende Vorstandsvorsitzende Ulla Pöpping wurde Gerd Obermeit gewählt. Für den ausscheidenden Geschäftsführer Gerd Obermeit wurde Hans-Ulrich Peuser gewählt. Jürgen Küster gehört als Schriftführer künftig dem geschäftsführenden Vorstand an. Aus dem erweiterten Vorstand schied Margret Fromme aus. Peter Jürgens, Franz-Josef Fedrau und Detlef Block werden dem erweiterten Vorstand künftig angehören.


Das Werk ist (fast) vollbracht! Das Handwerkerteam vom „Heimathaus“ mal nicht im Arbeitsanzug


Der Versammlungsleiter bedankte sich bei allen Vorstandsmitgliedern für den uneigennützigen Einsatz zum Wohle des Heimatvereins. Den ausscheidenden Vorstandmitgliedern Ulla Pöpping und Margret Fromme wünscht er zudem alles erdenklich Gute für den weiteren Lebensweg.
Zum Schluss der Veranstaltung wies Gausepohl auf die Eröffnungsfeier des neuen Heimathauses hin. Abschließend stellten Hans-Ulrich Peuser, Peter Jürgens und Franz-Josef Fedrau den neuen Internet-Auftritt des Heimatvereins vor, der allen Internetnutzern aktuelle und wichtige Hinweise aus der Ortsgeschichte und dem Vereinsleben vermittelt.

Paul Gausepohl



Richtfest im Heimathaus

Wer arbeitet, darf auch feiern

Der Vorstand des Heimatvereins hatte alle an dem Umbau und der Renovierung beteiligten Handwerker und die ehrenamtlich tätigen Mitglieder am 23. April 2013 zu einem „Richtfest“ eingeladen. Paul Gausepohl begrüßte die geladenen Gäste und dankte Ihnen für die in den vergangenen Monaten geleistete Arbeit. Er betonte in seiner kurzen Ansprache, dass der Umbau zwar für den Vorstand eine erhebliche Mehrarbeit und Belastung darstellte, die Fertigstellung eines Vereinsheimes aber auch zu den schönsten und erfreulichsten Momenten im Leben eines Vorstandes zählt. Und es sei eine Herzensangelegenheit des Vorstandes gewesen, aus diesem Anlass den althergebrachten Brauch des „Richtschmauses“ auch durchzuführen. Daher wurden neben den gekühlten Getränken, gezapft am neuen Tresen, auch wohlschmeckende Wurstbrötchen und Schmalzstullen gereicht

Gausepohl erinnerte dann noch an den Ablauf des Umbaus. Das Erdgeschoss wurde uns 2011 zur Anmietung angeboten. Nach Abschätzung der Umbaukosten mussten öffentliche Mittel beantragt werden, da die Eigenmittel nicht ausreichten. Nach den Finanzierungszusagen der Volksbank DO-Nordwest und der NRW-Stiftung konnte die Umbaumaßnahme im April 2012 aufgenommen werden. Dabei zeigte sich schnell, wie brüchig einige Bauteile (Außenwände, Fachwerkständer) waren. Hier kamen bauerfahrene Mitglieder zum Zug und deren umsichtigen Einsatz ist es zu danken, dass die Baumaßnahme im Rahmen der vorhandenen Finanzierungsmittel abgeschlossen werden konnte.

Jetzt gilt es, neben unseren Stammtischveranstaltungen dort auch weitere Zusammenkünfte zu organisieren und eine auf Dauer angelegte Grundlage für unsere Vereinsarbeit zu schaffen.

Paul Gausepohl



Viel Lob für unser Heimathaus

Lokalprominenz unter den Besuchern

Fast 200 Besucher - Mitglieder und Gäste, darunter viel örtliche Prominenz - waren am 24. Mai der Einladung zur offiziellen Eröffnung unserer neuen Heimatstube gefolgt. Neben vielen schönen Worten gab es auf der Feier reichlich zu trinken, Bratwürstchen zur Stärkung und viele Gespräche.

Paul Gausepohl hatte die Gäste im überfüllten „Heimathaus am Widum“ (so der offizielle Name) „mit großem Vergnügen und auch mit ein wenig Stolz“ willkommen geheißen. Sein besonderer Gruß galt dem Besitzer des Hauses Dr. Hans Adolf Plutta sowie - stellvertretend für die Sponsoren - dem Chef der Volksbank DO-Nordwest Professor Dr. Michael Kaufmann sowie dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Westfälischen Heimatbundes, gleichzeitig Vorsitzender des Stadtheimatbundes Dr. Ingo Fiedler.

Dieser bewunderte in seinem Grußwort die Dynamik unseres seit zehn Jahren bestehenden Heimatvereins und erinnerte auch an die Tradition des 350 Jahre alten - in der Vergangenheit für unterschiedliche und auch für amtliche Zwecke genutzten - früheren Gasthauses. Die gelungene Umgestaltung sei „der schönste Dank, den man bekommen kann.“ Fiedler wünschte dem Heimatverein weiterhin viel Erfolg bei der Aufarbeitung der Mengeder Vergangenheit und vor allem aber „eine gute Zukunft“.


Die Eröffnung im vollbesetzten „Heimathaus“


Dr. Kaufmann, dessen Geldinstitut zusammen mit der NRW-Stiftung zu den Hauptsponsoren gehörte, betonte, dass die Volksbank das Projekt gern finanziell begleitet habe. Sie zähle die Unterstützung des Heimatgedankens mit zu ihren Aufgaben. Sein besonders Lob galt dem großen Engagement von Paul Gausepohl.

Dieser hatte zuvor den Handwerkern gedankt, „die in knapp zwölfmonatiger Bauzeit die Renovierung dieses denkmalgeschützten Hauses bewerkstelligt haben.“ Allein der Gegenwert der mehr als 3500 ehrenamtlichen Freizeitstunden hätte 50 Prozent der Bauleistungen ausgemacht. Auf sein Vorhaben, den Begriff Widum näher zu erklären, kam er allerdings wegen der inzwischen sehr fortgeschrittenen Stimmung nicht mehr.

So erfuhren die Festgäste nicht, dass es sich dabei um eine Bezeichnung für eine Bebauung (mit einer Tenne und einem Stall für Vieh) um eine Kirche gehandelt hat, in der der Pfarrer mit seiner Familie wohnte. Laut Gausepohl wurde das Pfarrhaus „Wedenhufe“ (zum Pfarrhaus gehörend) genannt. Davon leite sich der heutige Straßenname „Am Wiedenhof“ ab. 1928 hatte eine für die Straßennamen zuständige Kommission allerdings eine andere Begründung für den Namen: „Weiden zum Hofgericht am Freistuhl“.

Karlheinz Bohnmann



Heimathaus: Ein Blick in die Geschichte

Alte Gaststätte hat würdigen Nachfolger

Der Heimatverein hat mit dem ehemaligen „Hotel - Restaurant Brams“ bzw. der „Gaststätte Ellinghaus“ eine zukünftige Bleibe gefunden, die nicht verbundener mit der Mengeder Geschichte sein kann. In unmittelbarer Nähe der ehrwürdigen St. Remigius-Kirche kann man nicht nur die Geschichte der Heimat hören, man kann sie – z. B. durch die gelungene Restaurierung der ehemaligen Gaststätte – auch sehen.

Frau Emma Ellinghaus feierte 1956 ihr 50jähriges als Wirtin und Eigentümerin und Pfarrer Dr. Albrecht Stenger ließ in seiner Laudatio die Geschichte des ältesten Mengeder Gasthauses lebendig werden. „Es habe sich gezeigt, dass man im Schatten der Kirche gut wohnen könne. Schon 1666 sei die Gaststätte urkundlich nachgewiesen worden und 1764 aus den Händen der Familie Brams im Rahmen verschiedener Erbfolgen über die Familien Tigges und Schnettger 1840 wieder in die Hände der Familie Brams gekommen. Bekannt sei unter den älteren Mengedern noch der alte Brams, der beim Beginn des Glockenläutens am Sonntag den Gästen das Gesangbuch in die Hand zu drücken pflegte, damit sie erst einmal ihrer Pflicht als Christen nachkämen“.

In alter Zeit war in „Brams Scheune“ die evangelische Kirchspielschule untergebracht und bei Brams bzw. Ellinghaus war ab 1848 nach Inbetriebnahme der Köln-Mindener-Eisenbahn Postkutschenstation. War eine bestimmte Fahne gehisst, hieß es für den Postillion: Halt machen zur Aufnahme neuer Gäste in Richtung Waltrop bis nach Lüdinghausen. Als mit dem Telefon die schnelle Verbindung in die Ferne möglich wurde, war dort selbstverständlich auch eine „Gasthofsprechstelle“, gleich zu setzen mit „einer Telefonzelle für Jedermann“, und wie damals üblich, stand die Telefonnummer „813“ groß an der Fassade. Die Familie Brams betrieb neben der Gaststätte eine Bäckerei, handelte mit Gewürzen und vertrieb handgefertigte Erzeugnisse.

Die bekannte Gaststätte in einem der schönen alten Fachwerkhäuser am alten „Kirchhof“ war bis zum Erwerb eines eigenen Vereinshauses durch die katholische Kirchengemeinde Heimat der evangelischen und katholischen Vereine. 1950 war sie Wiedergründungsstätte des Bürger-Schützen-Vereins, Vereinslokal der 1. Kompanie der Mengeder Schützen und der Freiwilligen Feuerwehr, des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Mengede sowie von Abteilungen des TV Mengede, des Taubenverein „Tempo“, Mengedes Paddlern und Kanuten, der KAB-Skatspieler, des Stammtisch-Treffs von Pensionären, die einst in Stadtdiensten gestanden hatten, der Schachspieler, denen in Turnieren die Köpfe rauchten und, und, und …

War am Sonntagvormittag Frühschoppenzeit, dann brauchte man sich nicht zu wundern, wenn nach den Gottesdiensten auch die Pfarrer beider Konfessionen Gäste am großen Stammtisch waren.

Vor der Schließung zum Jahresende 1996 befand sich die Gaststätte seit 90 Jahren im Besitz der Familie Ellinghaus. Weil es der letzten Wirtin Frau Erna Ellinghaus, die 45 Jahre für Ihre Gäste parat gestanden hatte, nicht möglich war, für das Lokal einen geeigneten neuen Wirt zu finden, musste der Zapfhahn hochgedreht werden. Junges Leben kam nun in die alten Räumlichkeiten, denn durch Frau Holtmann-Weber wurde es als „Eltern-Kind-Haus Regenbogen“ mit Kursen „Rund um die Geburt“ jungen Familien angeboten. Rund 3.000 Personen nutzten diese Einrichtung mit all ihren Facetten von 1997 bis 2009.

Rechtsanwalt und Notar Dr. Plutta kaufte schließlich 2012 das Objekt und wünschte sich den Heimatverein gern als neuen Mieter der historischen Stätte. Nur langsam kam der Umbau durch den Heimatverein in Gang, aber einmal in Fahrt, gab es für die fleißigen Handwerker kein Halten mehr. Selten schafften mehr als drei Mann, aber dafür brannte fast in drei Schichten Licht auf der Baustelle. Und immer wieder konnte man hören, dass man doch als Kind schon hier war, seine Brause bekam oder bei einer längeren Sitzung des Herrn Papa auch mal einen Groschen bei der Trinkhalle gegenüber umsetzen durfte.

In mehreren tausend Stunden reifte das Werk und heute ist es nicht nur ein Schmuckstück, sondern in vielen Details auch ein Abbild alter Zeit. Auch ein Klavier gehört wieder zur Einrichtung und nicht nur zur Dekoration. Frühere Gäste der Gaststätte werden sich wundern, wenn sie nach Jahren einmal wieder zum ersten Mal einen Fuß über die alte Schwelle setzen.

Fr.-Heinrich Veuhoff




Am Heimathaus grünte nicht nur Rasen

Erinnerungen an die Nachkriegszeit

Im Oktober 1944 verloren wir durch feindlichen Luftangriff unsere Wohnung im Dortmunder Süden. Nachdem wir bei meinen Großeltern mit unserer achtköpfigen Familie mehrere Wochen auf dem Fußboden kampiert und geschlafen hatten, wurde uns im Haus Wiedenhof 10 im Schatten der Kirche eine kleine Wohnung zugewiesen. Aber allein mit einem Dach über dem Kopf konnte man ja nicht leben, es musste auch für das leibliche Wohl gesorgt werden. Da wir keine Bauern in unserer Nähe kannten, bei denen wir hamstern konnten, mussten wir zur Selbsthilfe greifen. Kurzerhand wurde die brach liegende Wiese - die jetzige Grünanlage am Heimathaus - in Gartenland umgewandelt. Dort wurde Gemüse angebaut. Da aber zu Gemüse ja auch ab und zu mal ein Stück Fleisch gehörte, wurde zu dessen Erzeugung ein kleiner Teil der Gartenfläche mit einem Zaun versehen.

Dieses so geschaffene Gatter wurde mit einigen Gänsen bestückt und musste auch für ausreichend Freiraum und Bewegungsmöglichkeit der Tiere sorgen. Um dieses zu gewährleisten, wurde mir als ältestem Sohn dieses Amt übertragen. Das sah dann so aus, dass ich täglich nach Schulschluss mit den Gänsen an die Emscher geschickt wurde auf ein von uns gepachteten Stück Emscherdeich, wo auch Grünfutter für unsere im Keller angesiedelten Kaninchen geschnitten wurde. Abends wurden die Gänse getragen und verbrachten die Nacht dort zusammen mit den zuvor erwähnten Kaninchen. In der Vorweihnachtszeit blieben sie (sicherheitshalber) im Keller und wurden dort für den Weihnachtsbraten gemästet (genudelt) was damals noch nicht verboten war. Eine Erinnerung an diese Zeit klingt mir noch heute in den Ohren, nämlich der Spruch, der in der Bierzeitung anlässlich unserer Schulabschlussfeier geschrieben wurde:


Der Sudhoff unser Gänsehirt

Ist einer, der im Leben nie was wird,

Denn er kann das Quasseln nicht lassen,

Bis ihn seine Vorgesetzten fassen."


Dieser Spruch hat sich in meinem Leben nicht bewahrheitet. Bei der Entstehung war sicher der bekannte Vers „Reim dich oder ich fress dich“ Vater des Gedankens.

Wolfgang Sudhoff




St. Remigius“ und der Widder-Kopf

Interessanter Kirchenführer

Was hat ein in Stein gemeißelter Kopf eines Widders in einer christlichen Kirche zu suchen? Wolfgang Meyer verrät es in einem von ihm verfassten neuen Führer über die evangelische (vor der Reformation katholische) Remigius-Kirche.

Über ein Jahr hatte Meyer für die 40-seitige Broschüre akribisch in handgeschriebenen Chroniken und Protokollbüchern der evangelischen Kirchengemeinde Mengede sowie in zahlreichen anderen Quellen und Archiven gestöbert. Danach folgten zwei Jahre Schreibarbeit. Zusätzlich hat Brunhilde Usbeck, die Vorsitzende des Fördervereins der Kirche einen Beitrag über die Kirchenfenster beigesteuert. Auch Meyer ist Mitglied des Fördervereins.

Die Hochglanz-Broschüre ist mit zahlreichen Abbildungen angereichert. Sie beschäftigt sich ausführlich mit Mengedes romanischem Kleinod. Detailliert werden das äußere und innere Erscheinungsbild mit seinen verschiedenen architektonischen Elementen und Veränderungen im Laufe der Jahre beschrieben. Auch der steinerne Widder, der sich über einem Eckpfeiler des Gotteshauses befindet. Dessen Bedeutung war bisher unbekannt. Meyer hat sie gefunden: Es handelt sich um eine christlich-germanische Tiersymbolik für Christus.

Zu den sakralen Gegenständen der Kirche gehört ein wertvoller Abendmahlkelch, den der Freiherr von Vincke, der zeitweilig auf Haus Ickern gewohnte, der Gemeinde 1834 gestiftet hat, als Dank dafür, dass sie ihm während des Widerstandes gegen die französische Besetzung unter Napoleon eine Zuflucht gewährt hatte.

Neben den Informationen über das historische Baudenkmal und seiner Vorgänger-Kirche gibt der Kirchenführer auch Einblicke in die Vergangenheit Mengedes, die erstmals im Jahr 882 n. Chr. schriftlich erwähnt wurde. Gesiedelt wurde dort aber schon viel früher. Das beweisen Funde, die in Groppenbruch und auch jetzt im Rahmen der Emscher-Regulierung gemacht wurden. Demnach lebten schon vor der ausgehenden Jungsteinzeit Menschen in Mengede.

Erschienen ist der Kirchenführer in der Reihe „Westfälische Kunststätten“ (Heft 112) des Westfälischen Heimatbundes in Münster in Verbindung mit der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur. Erhältlich ist er zum Preis von 4 € bei der evangelischen Kirchengemeinde Mengede, in den Buchhandlungen Arnold und „Am Amtshaus“ sowie in der „Alte Apotheke“ am Bahnhof.

Karlheinz Bohnmann





Armut in Dortmund


Buddenkötter nannte interessante Zahlen

24 Prozent aller Mengeder leben unter der Armutsgrenze. Damit befindet sich Mengede knapp unter dem Dortmunder Durchschnitt, der bei 24,2 Prozent liegt. Betroffen von Armut ist in Dortmund ein Viertel der Bevölkerung.

Über die Situation - nicht nur in Dortmund, sondern auch in der Bundesrepublik und weiteren europäischen Ländern - berichtete Alwin Buddenkötter, Geschäftsführer der Katholischen Sozialen Dienste in Dortmund an unserem April-Stammtisch. Sein Fazit für Dortmund und damit auch für Mengede: „Wir haben ein massives Armutsproblem!“

Buddenkötter erläuterte zu Beginn auch, was Armut überhaupt bedeutet: „Extreme gravierende soziale Benachteiligung bei materiellen Gütern und Dienstleistungen.“ Absolut arm sei, wer nur einen oder zwei Dollar am Tag verdient. Als relativ arm gelten 50 bis 60 Prozent der Bevölkerung. Von Armut sind in der Welt rund 40, in Europa 16,4 und in Dortmund - wie erwähnt - 24,2 Prozent betroffen. In Europa liegt Deutschland im Mittelfeld.

Klassische Ursachen für Armut seien, so Buddenkötter, beispielsweise geringe Entlohnung, Arbeitslosigkeit, Bildungsmangel, Trennung bzw., Scheidung, Alleinerziehung und Immigranten.

Vom Existenz-Minimum betroffen sind 96.769 Dortmunder. Rund 30.000 sind überschuldet, rund 700 mussten ihre Wohnungen zwangsräumen.

Buddenkötter ging auch auf die Situation der Kinder ein. Seine Feststellung: „Die Armut wächst, und die Geburtenzahl sinkt. Ein Drittel der Kinder unter 18 Jahren lebe in sozialen oder kulturellen Risikonotlagen.

Karlheinz Bohnmann




Bauernregeln Juli bis September


Im Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geraten.

Stellt im August sich Regen ein, so regnet‘s Honig und guten Wein

Im September die Birnen fest am Stiel, bringt der Winter Kälte viel





Dauertermine monatlich:

1. Mittwoch

19.00 Uhr: Stammtisch in der „Heimatstube“

2. Dienstag

19.00 Uhr: Stammtisch in Bodelschwingh

3. Samstag

BUV-Kleinzeche, von 10.00 bis 16.00 Uhr


Impressum: Herausgeber: Heimatverein Mengede e.V. - Redaktion: Franz-H. Veuhoff, Am Hohen Teich 14, 44359 DO (0231 - 33 76 90)



 
 
eXTReMe Tracker