Frauen am Brunnen

Brunnen zwischen Amtshauspark und Markt soll Denkanstöße geben

Zwei Frauen, die sich unterhalten und ein kleines Kind, das an der Hand seiner Mutter zerrt, weil es sich langweilt und lieber zum nahen – von den Stadtwerken (heute DEW) aufgestellten – Trinkwasser-Brunnen möchte, verkörpern das Denkmal am Marktplatz in Mengede.

Bei der Bronze-Gruppe handelt es sich um ein Geschenk der Sparkasse Dortmund.

Ausgewählt wurde sie 1988 vom Kulturausschuss der Stadt Dortmund und von der Mengeder Bezirksvertretung. Insgesamt lagen 28 Entwürfe vor, von denen drei in die engere Wahl kamen. Die Bezirksvertretung entschied sich für die mit „nur“ 1000 DM dotierte Personengruppe des dritten Preisträgers Nikolaus Knupfer aus Essen.

Der Bildhauer hatte den Brunnen bei seinem Entwurf, den er dann auch „Gespräch am Brunnen“ nannte, mit einbezogen. Im Text, mit dem er seine Vorstellungen erläuterte, hieß es wörtlich: „Zwei Frauen haben sich nach dem Einkaufen getroffen und erzählen ein wenig. Das kleine Kind findet den Trinkwasserbrunnen viel interessanter als das Gespräch der Mutter und schaut mit großen, neugierigen Augen hoch und folgt dem Wasserverlauf.“

Idee Knupfers: „Durch eine alltägliche Situation einen Denkanstoß zu geben: Werdet wie die Kinder und die Welt wird voller Wunder sein. Bleibt innerlich jung, verlernt nicht das Erstaunen, Entdecken und sich wundern, und vieles wird in neuem Licht erstrahlen.“

Aber auch ohne diese Definition passt die Bronzegruppe ideal zum gegenüber liegenden Marktplatz. Allerdings „lebt“ sie angesichts der immer dreister und rücksichtsloser werdenden Metalldiebe nicht ganz ungefährlich. Einen Kidnappingfall hat die Gruppe vor einigen Jahren überlebt. Über Nacht hatten Diebe das Kind „entführt“. In einem Garten in Nette wurde es gefunden und nach einer Überarbeitung hält das Kind wieder die Hand der Mutter.

fhv